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3. Sinfoniekonzert: Rätselhaft!

3. Sinfoniekonzert: Rätselhaft!

Michail Glinka: »Ruslan und Ludmilla« Ouvertüre
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
Edward Elgar: Enigma Variationen über ein Originalthema op. 36

Akiko Suwanai
, Violine
Leitung: Nicholas Milton

»Väterchen der russischen Nationalromantik« wurde Michail Glinka genannt – und so sind es vor allem die typisch russischen Züge seiner Musik, die von seinem Werk im Gedächtnis geblieben sind. Galt seine Oper »Ein Leben für den Zaren« lange als die Nationaloper schlechthin, waren seiner Märchenoper »Ruslan und Ludmilla« nach einem Versepos Alexander Puschkins eher reservierte Reaktionen beschieden. Die Ouvertüre jedoch hat sich einen festen Platz im Konzertrepertoire erobert: Ein schwungvoll-spritziger Auftakt. »Tschaikowskys Violinkonzert bringt uns zum ersten Mal auf die schauerliche Idee, ob es nicht auch Musikstücke geben könnte, die man stinken hört«, urteilte der Wiener Kritiker Eduard Hanslick über Tschaikowskys Opus 35. Den Siegeszug des Konzertes, das Tschaikowsky rauschhaft während eines Aufenthaltes am Genfer See geschrieben hatte, konnte es dennoch nicht aufhalten. Die Freude, seine schwere Depression hinter sich gelassen zu haben, ist in jedem Takt des Werkes spürbar: Tiefer Schmerz trifft auf pulsierende, neu gewonnene Lebenslust! »Gewidmet meinen Freunden, die darin abgebildet sind«. Mit diesen Worten schickte Edward Elgar die Partitur seiner »Enigma« Variationen an den Dirigenten Hans Richter, der sie 1899 in London uraufführte. Der Erfolg war überwältigend und bedeutete für Elgar den internationalen Durchbruch. Handelt es sich bei den rätselhaften Satzbezeichnungen um die Initialen von Personen aus Elgars Freundeskreis, die in den insgesamt 14 Variationen porträtiert sind, wurde ein Mysterium um die »Enigma«-Variationen noch immer nicht gelöst: Über Elgars Hinweis, dass es neben dem Originalthema der Variationen noch ein zweites gebe, das »ertönt, aber nicht gespielt wird«, zerbricht man sich heute noch den Kopf.

Sonntag13. Nov 11:00 Einführung 45 Min. vor Beginn
Montag14. Nov 20:00 Einführung 45 Min. vor Beginn
Violine Akiko Suwanai

AKIKO SUWANAI (VIOLINE)
Akiko Suwanai legte den Grundstein zu ihrer weltweiten Karriere, als sie 1990 den Internationalen Tschaikowsky Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Neben einer regen Tourneetätigkeit in China und Japan gastierte sie in der jüngeren Vergangenheit u.a. beim Finnish Radio Symphony Orchestra unter Hannu Lintu und beim Orchestre de Paris unter Paavo Järvi. Akiko Suwanai ist künstlerische Leiterin des von ihr gegründeten internationalen Musikfestivals »Nippon« und spielt auf der Stradivarius »Dolphin« von 1714.