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6. Sinfoniekonzert: Das himmlische Leben

6. Sinfoniekonzert: Das himmlische Leben

Richard Strauss: »Till Eulenspiegels lustige Streiche« op. 28
Henri Dutilleux: »Correspondances«
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur

Laura Aikin, Sopran
Leitung: Nicholas Milton

Richard Strauss erzählt mit einer instrumentalen Riesenpalette, einem nie dagewesenen Farben- und Ausdrucksreichtum und einer äußerst raffinierten Instrumentierung die Geschichte seines Anti-Helden.

»Die Klarinetten vollführen wahnsinnige Sturzflüge, die Trompeten sind immer verstopft, und die Hörner, ihrem ständigen Niesreiz zuvorkommend, beeilen sich, ihnen artig ›Wohl bekomm’s!‹ zuzurufen; eine große Trommel scheint mit ihrem Bum-Bum den Auftritt von Clowns zu unterstreichen. Man hat gute Lust, lauthals rauszulachen oder todtraurig loszuheulen, und man wundert sich, dass noch alles an seinem gewohnten Platz ist, denn es wäre gar nicht so verwunderlich, wenn die Kontrabässe auf ihren Bögen bliesen, die Posaunen ihre Schalltrichter mit imaginären Bögen strichen und Herr Nikisch (der Dirigent der Aufführung) sich auf den Knien der Platzanweiserin niederließe«, so Claude Debussy in einer Kritik über das »geniale Züge tragende Werk«.

Henri Dutilleux schrieb sein letztes Werk 2003 für die Berliner Philharmoniker. Für die fünf verschiedenen Sätze der Komposition ließ er sich von Briefen verschiedener Verfasser – Rilke, Solschenizyn, van Gogh und des indischen Dichters Prithwindra Mukherjee – inspirieren, denen er jeweils besondere Klangfarben zuordnete. Ein Farbenkomponist sei er, hat Dutilleux oft betont. Der Zuschauer wird in ein synästhetisches Dickicht gezogen: Jeder Ton hat Gewicht, die Klänge leben in einer Welt von Spiegeln, verweisen auf einen mythischen Urgrund und spielen mit den Täuschungsmanövern der Erinnerung.

Mahler beschrieb die Grundstimmung seiner 4. Sinfonie, die auf dem Orchesterlied »Das himmlische Leben« aus »Des Knaben Wunderhorn« gründet, ebenfalls mit einer Farbe: »Stell dir das unterschiedene Himmelblau vor, das schwieriger zu treffen ist als alle wechselnden und kontrastierenden Tinten. Dies ist die Grundstimmung wird spukhaft schauerlich: doch nicht der Himmel selbst ist es, der sich trübt, er leuchtet fort in ewigem Blau. Nur uns wird er plötzlich grauenhaft, wie einen am schönsten Tage im lichtübergossenen Wald oft ein panischer Schreck überfällt.«

Sonntag17. Apr 11:00 Einführung 45 Min. vor Beginn
Montag18. Apr 20:00 Einführung 45 Min. vor Beginn

LAURA AIKIN (SOPRAN)
Dank ihres Stimmumfangs von über drei Oktaven beinhaltet das Repertoire der amerikanischen Sopranistin Laura Aikin Werke vom Barock bis zur zeitgenössischen Musikliteratur. Sie ist sowohl auf der Opern- als auch auf der Konzertbühne weltweit ein äußerst gefragter Gast. Ihre Laufbahn begann als Mitglied des Ensembles der Deutschen Staatsoper Berlin von 1992 bis 1998 unter der Leitung von Daniel Barenboim, wo sie in mehr als 300 Aufführungen sang. Regelmäßig tritt sie an den führenden Opernhäusern Europas und der USA auf. Zu den zahlreichen internationalen Festivals, bei denen die Künstlerin mitgewirkt hat, gehören die Salzburger Festspiele, Mostly Mozart in New York, Festivals in Paris, Melbourne, Edinburgh, Luzern sowie die Wiener und Berliner Festwochen. Als Konzertsängerin hat sie mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Pierre Boulez, Daniel Barenboim, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel und Zubin Mehta und vielen andern zusammen gearbeitet.