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1. Sinfoniekonzert: Freiheitsliebend!

1. Sinfoniekonzert: Freiheitsliebend!

Hector Berlioz: »Le Corsaire« Konzertouvertüre op. 21
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37
Sergej Prokofjew: Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100

Olga Scheps, Klavier
Leitung: Nicholas Milton

Rom im Sommer 1831: Hector Berlioz zieht sich vor der brütenden Hitze der Stadt in einen Beichtstuhl im Petersdom zurück und liest ein höchst weltliches Werk: Lord Byrons Erzählung »The corsair«. »Ich genoss die Kühle und die fromme Stille, (…) und verschlang mit Muße diese feurige Poesie; über Wogen hinweg folgte ich den kühnen Fahrten des Korsaren«. Erst Jahre später macht er sich an die Verarbeitung – 1852 legt er seine Ouvertüre »Le Corsaire« vor, eine kongeniale musikalische Umsetzung von Byrons literarischem Seelengemälde eines gesellschaftlich geächteten Piraten. »Für mich gibt es kein größeres Vergnügen, als meine Kunst zu treiben und zu zeigen«, so Ludwig van Beethoven in seinen frühen Wiener Jahren in einem Brief an seinen Freund Franz Wegeler. Beethoven etablierte sich schnell als Pianist in der k. und k. Metropole – nicht zuletzt auch wegen seiner Klavierkonzerte, die zu den berühmtesten Beispielen der Gattung gehören. Das dritte (und nebenbei das einzige in einer Moll-Tonart) wurde 1803 uraufgeführt: Ein Werk, das den düsteren Charakter genüsslich auskostet und in ein wirkungsvolles Spannungsfeld zu lichten Passagen setzt. Einen Neuanfang wagte Sergej Prokofjew nach Jahren im Exil 1936 in seiner russischen Heimat. Als »verlorener Sohn« zurückgekehrt, musste er sich prompt dem Diktat der staatlichen Kulturkritik beugen. Eine Absage an die Atonalität sowie das Bekenntnis zur Melodie und zur Tonalität war die Folge. In die Zeit dieser Neufindung fällt die Komposition seiner Sinfonie Nr. 5 op. 100, »ein Lied auf den freien und glücklichen Menschen, seine schöpferischen Kräfte, seinen Adel, seine innere Reinheit«, so Prokofjew. Das Werk fand nicht nur international Beachtung, sondern brachte Prokofjew die »perteioffizielle Anerkennung als bedeutendster Komponist der Sowjetunion« ein.

Sonntag25. Sep 11:00 Einführung 45 Min. vor Beginn
Montag26. Sep 20:00 Einführung 45 Min. vor Beginn
Klavier Olga Scheps

OLGA SCHEPS (KLAVIER)
Die in Moskau geborene Pianistin Olga Scheps wird seit ihrem 15. Lebensjahr von Alfred Brendel gefördert. Ihre Solo-Recitals sind beim Publikum in aller Welt ebenso gefragt wie die umjubelten Auftritte als Solistin mit Orchester u.a. unter Leitung von Dirigenten wie Ivor Bolton, Thomas Dausgaard oder José Serebrier. Neben ihrer solistischen Tätigkeit ist Olga Scheps auch als Kammermusikerin aktiv und konzertiert regelmäßig mit Daniel Hope, Adrian Brendel, Jan Vogler, Nils Mönkemeyer und anderen.