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Ich, dein großer analoger Bruder, sein verfickter Kater und du

Ich, dein großer analoger Bruder, sein verfickter Kater und du

von Felicia Zeller

Inszenierung: Marie Bues

Bühnenbild und Kostüme: Indra Nauck
Dramaturgie: Bettina Schuster-Gäb

Ein Auftragswerk in Koproduktion mit dem Theater Rampe Stuttgart

Uraufführung am Sonntag, 6. November 2016 in der Alten Feuerwache

Er wurde hereingelassen. In die Wohngemeinschaft. Mit seinem Kater. Steht nun manchmal einfach da, schaut, fragt und notiert und macht sich unentbehrlich. Harmlos, dachten sich die Mitglieder dieser wohlfunktionierenden Lebensraum-Kombo. Ein Bruder, irgendwie. Doch sein Interesse für die Bewohner und ihre Gewohnheiten hat Folgen: Er ist allgegenwärtig und beginnt die Spielregeln neu aufzustellen. Bis hin zum geänderten Mietvertrag, der die Mitbewohner um ihre Rechte bringt und den analogen Bruder langsam zum Übervater werden lässt – nicht einmal mehr intim werden kann man, ohne dass der impertinent neugierige Kater es mitkriegt. Vielleicht wollen zur Abwechslung doch alle wieder etwas verbergen dürfen?

So absurd-amüsant diese collagehaften Episoden zwischen Hilflosigkeit und Hysterie aus dem Innenleben einer Wohngemeinschaft erscheinen, so beängstigend wirklich sind sie. Diese Szenen einer Gemeinschaft, die sich in Abhängigkeit zum großen analogen Bruder begibt, diesem fleischgewordenen Big Data, erzählen von uns heute, von unseren Spuren, die wir im World Wide Web hinterlassen. Sie werden Felicia Zeller zur Piste, um von Konsum, von bereitwillig akzeptierter »Alltagsspionage«, von Zwang und Entmündigung durch Algorithmen und weiteren durchleuchtenden Eingriffen des Digitalen ins analoge Dasein zu erzählen.

Im Auftrag des Saarländischen Staatstheaters und des Theater Rampe Stuttgart entwickelte Felicia Zeller nach »Der große Blöff« (2010) und »Wunsch und Wunder« (2015) erneut ein Stück zur Uraufführung in der Alten Feuerwache.

Auf Einladung des Goethe-Instituts Washington schreibt Felicia Zeller ein Minidrama zum Thema Privatsphäre im digitalen Zeitalter, das sie mit Ensemblemitgliedern des SST verfilmt. Dieser Kurzfilm ist Teil des transatlantischen Theaterprojekts »Plurality of Privacy Project in Five-Minute Plays« des Goethe-Instituts Washington, an dem 14 Autoren und assoziierte Theater in zehn Ländern beteiligt sind. 

Spieldauer: 1 Stunde und 30 Minuten

Sonntag06. Nov 19:30
Donnerstag10. Nov 19:30 Einführung 30 Min. vor Beginn
Sonntag13. Nov 18:00
Freitag02. Dez 19:30 Vorstellung fällt leider aus
Samstag03. Dez 19:30 Vorstellung fällt leider aus
Dienstag13. Dez 19:30 Einführung 30 Min. vor Beginn
Freitag16. Dez 19:30 Einführung 30 Min. vor Beginn
Mittwoch21. Dez 19:30 Einführung 30 Min. vor Beginn
Freitag30. Dez 19:30
Freitag06. Jan 19:30
Samstag07. Jan 19:30 Einführung 30 Min. vor Beginn
Freitag13. Jan 19:30 Einführung 30 Min. vor Beginn

Yevgenia Korolov, Niko Eleftheriadis, Barbara Behrendt ©Thomas M. Jauk

Barbara Behrendt, Cino Djavid, Yevgenia Korolov, Niko Eleftheriadis ©Thomas M. Jauk

Barbara Behrendt, Cino Djavid, Yevgenia Korolov, Niko Eleftheriadis ©Thomas M. Jauk

Barbara Behrendt, Cino Djavid, Yevgenia Korolov, Niko Eleftheriadis ©Thomas M. Jauk

Barbara Behrendt, Cino Djavid, Yevgenia Korolov, Niko Eleftheriadis ©Thomas M. Jauk

Barbara Behrendt, Yevgenia Korolov, Cino Djavid ©Thomas M. Jauk

Cino Djavid, Yevgenia Korolov, Niko Eleftheriadis, Barbara Behrendt ©Thomas M. Jauk

Barbara Behrendt, Cino Djavid ©Thomas M. Jauk

Niko Eleftheriadis, Yevgenia Korolov, Cino Djavid, Barbara Behrendt ©Thomas M. Jauk

Yevgenia Korolov, Barbara Behrendt ©Thomas M. Jauk


Das Minidrama "P3M5" entstand auf Einladung des Goethe-Instituts Washington zum Thema „Privatsphäre im digitalen Zeitalter“, das mit Ensemblemitgliedern des SST verfilmt wurde. Dieser Kurzfilm ist Teil des transatlantischen Theaterprojekts »Plurality of Privacy Project in Five-Minute Plays (P3M5)« des Goethe-Instituts Washington, an dem 14 Autoren und assoziierte Theater in zehn Ländern beteiligt sind.


»Man fühlt sich amüsiert, irritiert nie. Das liegt an der überzeugenden darstellerischen Leistung. Die vier Schauspieler durchtränken ihre nicht-existenten Charaktere mit einem je eigenen Temperament. [...] 
Die kleine Teezeremonie mit einem Wasserkocher, der das robuste Sockelzertifikat trägt, wird zu einem Fest feinst dosierten Aberwitzes. Mehr davon.«
Catherin Elss-Seringhaus, Saarbrücker Zeitung, 8. November 2016