GMD SÉBASTIEN ROULAND UND DAS SAARLÄNDISCHE STAATSORCHESTER ZWEIMAL IN PARIS

|   das Haus betreffend

Konzerte im Théâtre des Champs-Élysées (27. April) und in der Opéra Royal du château de Versailles (6. Juli).

Das Saarländische Staatsorchester geht auf Reisen: Gleich zwei Mal sind Generalmusikdirektor Sébastien Rouland und seine Musiker*innen in diesem Jahr auf den Pariser Konzertpodien zu Gast! Für das Saarländische Staatstheater, an dem unter Generalintendant Bodo Busse Kooperation und künstlerischer Austausch mit den französischen und luxemburgischen Nachbarn mehr denn je gelebt werden, bedeuten die beiden Einladungen in die französische Metropole eine große Wertschätzung: »Das Saarländische Staatstheater war schon öfter in Frankreich unterwegs – ein Orchestergastspiel in Paris hat es aber seit über 20 Jahren nicht gegeben. Das wir uns nun gleich zwei Mal kurz nacheinander in der französischen Hauptstadt präsentieren dürfen, ist für unser Haus quasi so etwas wie der Ritterschlag«, freut sich Bodo Busse.

Am Montag, 27. April 2020 spielt das Saarländische Staatsorchester unter dem Dirigat seines Generalmusikdirektors Sébastien Rouland in einem der besten Konzertsäle von ganz Paris: dem Théâtre des Champs-Élysées. Dort treten nur die weltbesten Orchester und Solisten auf: die Wiener Philharmoniker, das Philharmonische Orchester St. Petersburg, das Philharmonische Orchester Rotterdam, um nur einige Höhepunkte der aktuellen Saison zu nennen. »Das ist eine Riesenchance für uns, eine Auszeichnung, die die Musikerinnen und Musiker des Staatsorchesters mehr als verdient haben«, so Sébastien Rouland stolz. »Wir haben in jedem Fall das Niveau, um in Paris zu spielen und mithalten zu können.« Auf dem Programm stehen Jean Sibelius` Valse triste op. 44 Nr. 1 und Camille Saint-Saëns` Klavierkonzert Nr. 5 op. 103 (»Das Ägyptische«) beide Werke sind übrigens auch im 6. Sinfoniekonzert in Saarbrücken (19. April, 11 Uhr und 20. April, 20 Uhr, Congresshalle) zu hören. Als Solist mit von der Partie: Der junge französische Klaviervirtuose Simon Ghraichy, der sich durch große Experimentierfreude und Ausdrucksstärke, mit denen er auch bekannte Werke in gänzlich neuem Licht erstrahlen lässt, profiliert. Exklusiv für Paris wird noch ein drittes Werk ins Programm genommen: Die Ungarische Fantasie für Klavier und Orchester von Franz Liszt.

Knapp zwei Monate später geht es erneut in die Stadt an der Seine, genauer gesagt nach Versailles: Sébastien Rouland, sein Orchester und Solist*innen des Saarbrücker Opernensembles führen im Rahmen des Versailles Festivals Richard Wagners »Rheingold« konzertant in der Opéra royal du château de Versailles auf – am Montag, 6. Juli 2020. Dazu eingeladen hat Laurent Brunner, 2002-2003 künstlerischer Leiter des deutsch-französischen Festival Perspectives und nun Intendant des Versailler Schlosstheaters: »Die Opéra Royal ist nicht dazu da, nur Stücke aufzuführen, die bis zur Zeit von Lully geschrieben worden sind«, so Brunner im »Le Figaro« und bringt frischen Wind in die historischen Räume von Versailles: »Wagners Ring ist das Gesamtkunstwerk schlechthin. In Deutschland wird er regelmäßig aufgeführt, nur bei uns heißt es immer, er sei kompliziert.«
Das soll sich nun ändern: Nicht nur die Pariser Opéra plant einen neuen »Ring«, auch in der Opéra Royal soll Wagners Monumentalwerk erklingen – in konzertanter Form. Auf der Suche nach einem geeigneten Ensemble stieß Brunner in Saarbrücken auf die »Ring«-Pläne des Saarländischen Staatstheaters und war sofort begeistert: »Die Sängerinnen und Sänger werden ohne Schwierigkeiten auswendig singen und dem Ganzen theatralen Ausdruck verleihen können«, ist er überzeugt.
»Die Opéra Royal ist ein unglaublich tolles Theater«, schwärmt GMD Sébastien Rouland. »Es ist im Vergleich zu anderen Pariser Häusern eher klein, hat aber eine perfekte Akustik. Und das Orchester darf mitten auf der prächtigen Bühne Platz nehmen – der Versailler Orchestergraben wäre auch viel zu klein für einen Klangapparat Wagnerschen Ausmaßes«, so der Saarbrücker Orchesterchef schmunzelnd.
Das Gastspiel in Versailles wird nicht das einzige bleiben: Bis 2024 werden alle Teile des »Rings«, der ab März am Saarländischen Staatstheater neu geschmiedet wird, auch in einer konzertanten Version in Versailles zur Aufführung gebracht.