Hauptsach gudd gess!

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Peter Schöne (Bariton) und Jan Philip Schulze (Klavier) servieren musikalische Delikatessen von Schubert bis Hollaender | Sonntag, 6. Mai 2018, 11 Uhr, Mittelfoyer Großes Haus

Zugezogene werden im Saarland schnell über das Landesmotto belehrt: »Hauptsach gudd gess« = Hauptsache gut gegessen (der nicht unwesentliche Nachsatz »geschafft hann mir schnell« wird gern mal unterschlagen).

Der Bariton Peter Schöne und der Pianist Jan Philip Schulze widmen sich in der 3. Liedmatinée des Saarländischen Staatstheaters mit Humor und Tiefgang dem schönen Thema Essen in allen Variationen. »Wein und Brot« sind Lebenselixier, ein Gedicht von Uhland vertonte der Schweizer Liedkomponist Othmar Schoeck (1886-1957): »Solche Düfte sind mein Leben, Die verscheuchen all mein Leid: Blühen auf dem Berg die Reben, Blüht im Tale das Getreid.«

Dem »Boeuf Stroganoff«, einem schmackhaften Ragout mit Senf und saurer Sahne aus der russischen Küche, verhalf Johannes Mario Simmels Bestseller »Es muß nicht immer Kavier sein« (1960) in Deutschland zu großer Bekanntheit. Die Stroganoffs, eine reiche, geadelte Kaufmannsfamilie, gaben dem Rezept den Namen. Wie es dazu kam, weiß Friedrich Hollaender, der eine lustige Ballade komponierte, in der der gehörnte Stroganoff an Hand eines Filetstücks vorführt, was er aus seinem Widersacher gemacht hat, Geschnetzeltes nämlich ... schade um das gute Stück Fleisch, der Koch ruft wütend zum Küchenjungen: »Von mir aus was du willst tu rein! Frisst doch kein Schwein! Ob saure Sahne, Zwiebelring, ob Paprika, ob Pfifferling!«  Doch den Gästen schmeckt’s!

Schuberts »Forelle« handelt nicht direkt vom Essen, doch der Angler fängt sie, und so wird das Fischlen über kurz oder lang vermutlich auf dem Teller landen. Schubert komponierte nur drei Strophen des Gedichts von Christian Schubart. Peter Schöne überrascht nun in der Matinée mit einer Uraufführung der von dem Dirigenten und Komponisten Johannes X. Schachtner vertonten vierten Strophe. Die Forelle wird zum Bild für das Mädchen an des Verführers Angel: »Denkt doch an die Forelle, sehr Ihr Gefahr, so eilt!«.

Die Theatergastronomie »finetime« bereitet für das Konzert ein besonderes Angebot vor: »Aber bitte mit Sahne!« ... 


Sonntag, 6. Mai 2018, 11 Uhr, Mittelfoyer Großes Haus
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Es ist angerichtet: Peter Schöne und Jan Philip Schulze servieren musikalische Delikatessen von Schubert bis Hollaender