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Werke von Saint-Saëns, Ravel und Ernest Chausson im 7. Sinfoniekonzert, als Solistin: Beatrice Berrut (Klavier) | Sonntag, 19. Mai, 11 Uhr und Montag, 20. Mai, 20 Uhr in der Congresshalle

In 17 Tagen zum Meisterwerk – Camille Saint-Saëns gelang dieser Geniestreich: Sein Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll op. 22 soll er in nur zwei Wochen und drei Tagen komponiert haben. Es gilt als das  anspruchsvollste seiner Werke für das Instrument mit den schwarz-weißen Tasten. Das wurde dem Komponisten, der bei der Pariser Uraufführung selbst am Flügel saß, zum Verhängnis: Die Premiere ging schief, und Saint-Saëns räumte ein, die Zeit zum Einüben dieses Werks sei einfach zu knapp gewesen. Unter den Zuhörern weilte auch Franz Liszt, der trotz Mängeln bei der Aufführung die Qualität des Werkes erkannte: »Sie haben es verstanden, dem pianistischen Effekt gerecht zu werden ohne irgendeine kompositorische Idee dafür zu opfern«,  so schrieb er. Er sollte mit seiner Einschätzung recht behalten: Saint-Saëns zweites Klavierkonzert erfreute sich bald wachsender Beliebtheit und gehört heute zum meistgespielten Klavierkonzert des Komponisten.

Im 7. Sinfoniekonzert des Saarländischen Staatsorchesters stellt sich die junge Pianistin Beatrice Berrut der Interpretation: Sie konzertiert in Europa und den USA, trat unter anderem in der Berliner Philharmonie, der Londoner Wigmore Hall und im Palais des Beaux-Arts in Brüssel auf, und spielt  oft spielt sie mit erstklassigen Partnern wie Shlomo Mintz, Itzhak Perlman und Mihaela Martin.

Ergänzt wird das Programm des Konzertabends durch Maurice Ravels »Ma mère l`Oye« in der Fassung für Orchester und Ernest Chaussons Sinfonie B-Dur op. 20. Der erlebte damit 1920 den großen Durchbruch: Seine Sinfonie wurde als persönlicher Triumph und Markstein in der Geschichte der französischen Instrumentalmusik erkannt. Ein Kritiker schrieb: »Ich war umso glücklicher, diese Sinfonie hören und loben zu können, als ich oft genug das frühere Schaffen des Komponisten kritisiert habe, der mir zu wenig Eigenständigkeit zu besitzen schien; nun, so glaube ich, hat sich seine Persönlichkeit offenbart, bewusster, klarer und farbiger. Es handelt sich jedenfalls um ein bedeutendes Werk von großartigem und schönem Zuschnitt, das unserer Schule alle Ehre erweist.«

Am Dirigentenpult steht Sébastien Rouland, Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatstheaters.

7. SINFONIEKONZERT WUNDERWELTEN
Sonntag, 19. Mai 2019, 11 Uhr, Congresshalle
Einführung 10:15 Uhr; Kindermusikwerkstatt 10:30 Uhr (Anmeldung unter (0681) 3092-486 erforderlich)
Karten

Montag, 20. Mai 2019, 20 Uhr, Congresshalle
Einführung 19:15 Uhr
Karten

Pianistin Beatrice Berrut am Flügel | Foto: Celine Ribordy