// „O Lust des Beginnens!“ | Saarländisches Staatstheater

„O Lust des Beginnens!“

|  Pressemeldung

Grußwort Bodo Busse

Verehrtes Publikum,

mit „O Lust des Beginnens!“ haben wir unseren Neustart am Saarländischen Staatstheater überschrieben: Diese gefl ügelten Worte aus einem schönen Gedicht von Bertolt Brecht sollen uns im wahrsten Sinne des Wortes „Flügel“ verleihen. Zusammen mit Ihnen und allen neuen und Ihnen vertrauten Mitgliedern des Saarländischen Staatstheaters wollen wir zwar nicht abgehoben wirken, aber doch gemeinsam abheben, um unsere Zeitläufe aus anderen Perspektiven zu erleben.

Das Theater der Welt hat eine lange Tradition und einen langen Atem. Von der Antike bis heute hat es den Stürmen der Geschichte standgehalten, hat dabei immer Freiräume der Reflexion, der Fantasie, der Poesie und der unmittelbaren Emotion geschaffen. In dieser Standhaftigkeit hat es immer einen anderen Blick für das Mögliche, Zukünftige. Und dadurch ist das Theater für den Bestand einer offenen Gesellschaft lebensnotwendig, weil es den schnellen Konsens nicht als einzige Möglichkeit zulässt.

Das Saarländische Staatstheater soll ein offenes Europatheater sein. Europa ist gefährdet. Grenzen werden wieder geschlossen. Vormals gemeinsame errungene Werte werden in Frage gestellt. Das Saarländische Staatstheater möchte sich in seinem Programm auch mit diesem Neustart unter meiner Generalintendanz dem entgegenstellen – vielleicht auch hier Optionen eines neuen Beginnens aufzeigen.

Das Saarland sieht sich gerne im Herzen Europas. Die Nähe zu Frankreich lässt uns auf Grundwerte des menschlichen Miteinanders besinnen, zu denen man sich einmal in blutigen Revolutionen und Kriegen bekannt hat. Für unsere erste Spielzeit haben wir die begriffl iche Trias „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ leicht abgewandelt und befragen sie in Werken, Stoffen, Themen und Formaten von Euripides bis zu Jelinek, vom deutschen Barockkomponisten Reinhard Keiser bis zum Zeitgenossen Michael Obst neu: „Freiheit. Gleichheit. Sicherheit“.

Die „Lust des Beginnens“ wäre nicht geweckt worden, wenn mir von der saarländischen Landesregierung, vor allem vom Minister für Bildung und Kultur, Herrn Ulrich Commerçon, nicht so viel Vertrauen entgegengebracht worden wäre. Außerdem möchte ich mich herzlich bei Prof. Dr. Matthias Almstedt bedanken, der als Kaufmännischer Direktor in der Geschäftsführung des Saarländischen Staatstheater meinem gesamten Team und mir die Türen geöffnet hat, um umsichtig, vertrauensvoll und offen für ein neues künstlerisches Zuhause zu sorgen. Auch der Technik und allen Serviceabteilungen des Hauses gilt mein herzlicher Dank voller Vorfreude. Diese „Lust des Beginnens“ möge von den künstlerischen Vorständen Bettina Bruinier, Horst Busch, Thorsten Köhler, Luca Pauer, Nicholas Milton und Stijn Celis nun auch auf Sie und uns alle übergehen.

Wir freuen uns nicht nur auf ein lustvolles Beginnen, sondern auch auf viele an- und aufregende, inspirierende, diskursive, spannende, erkenntnisreiche und vor allem schöne gemeinsame Theaterjahre im Saarland und damit mitten in einem neu erblühenden Europa.

Ihr Bodo Busse
Generalintendant

Bodo Busse, Generalintendant
Bodo Busse, Generalintendant