Inspiration II CHRISTIAN JOST

Christian Jost Dirigent, Sumi Hwang Sopran, Saarländisches Staatsorchester

 

Christian Jost »Lovers Sky Song« für Streichorchester, Klavier und E-Bass
Christian Jost »Dichterliebe« nach Robert Schumann für Sopran

 

Schumanns Liederzyklus »Dichterliebe« wurde von
Christian Jost neu komponiert und ist eine Auftragsarbeit
vom Konzerthaus Berlin und dem Copenhagen Opera
Festival. Sie wurde im Oktober 2017 in Berlin uraufgeführt.
In diesem Werk verschmilzt das romantische Kunstlied mit
der Tonsprache des Komponisten. Die Klavierbegleitung
wurde für ein neunköpfi ges Kammerensemble umgestaltet.
Schumanns Zyklus erhält doppelte Länge durch neu
komponierte Instrumentalpassagen, die die ursprünglich
in sich abgeschlossenen 16 Lieder verbinden. »Die neu
komponierten Übergänge, die es im Original nicht gibt,
bilden das harmonische Meer, auf dem sich die Lieder wie
Inseln ausbreiten können«, erläutert der Komponist.
»Es ist ganz klar, dass die Geliebte völlig entrückt, verrückt,
verzaubert in einer anderen Sphäre sich befi ndet«,
stellt Christian Jost fest. »Und ab da ist auch in meinem
Stück die Instrumentation viel entrückter, die Klänge sind
zerbrechlicher, sie sind fragiler gearbeitet.« Mit viel Mut
stellt er sich auch der Zerbrechlichkeit des Lebens und
dem Stachel des Todes in »Ich hab’ im Traum geweinet«.
Ursprünglich wollte Jost die Umgestaltung von seiner
Frau Stella Doufexis singen zu lassen. Die Arbeit an der
Komposition war dann durchdrungen vom Schmerz über
ihren Tod im Dezember 2015 und warf grundlegende
Fragen auf über das Wesen der Kreativität und die Rolle,
die das Leiden in der Kunst spielt. »Die Gewalt in diesem
Stück ist der Schmerz. Auch wenn das ein sehr persönliches
Anliegen ist, und am Ende sollte die persönliche
Lebenssituation oder Biografi e des Komponisten nicht
unbedingt ausschlaggebend für die Qualität seines Werks
sein. Aber dennoch lebt ja niemand von uns in einem
Vakuum und ist unbeeinfl usst von Dingen, die einfach
existenziell zutiefst bewegend, zerstörend und komplett
unbegreifl ich sind.«

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Sonntag, 16. Feb 2020, 18:00