6. Kammerkonzert

 

Mit dem Saarländischen Barockensemble: Miriam Grapp und Bernhard Stilz Flauto dolce, Jürgen Lantz Barockvioline, Viola d’amore, Carolyn Soo Barockvioline, Leszek Kusmirek Barockviola, Viola d’amore, Heidrun Mertes Barockcello, Viola da Gamba, Motonobu Futakuchi Violone, Eri Takeguchi Cembalo

Georg Philipp Telemann Suite f-Moll TWV 55:fl
Wilhelm Ganspeck Ouverture ex A für 2 Viole d’amore, Viola da Gamba und Bc
Georg Philipp Telemann
Ouvertüre in D-Dur TWV 55: C3, »Hamburger Ebb` und Fluth«

In Kooperation mit der Fritz Neumeyer-Akademie für Alte Musik im Saarland e.V.


Georg Philipp Telemann hinterließ rund 3600 Werke und ist damit wohl einer der produktivsten Komponisten unserer Musikgeschichte. Er kombinierte Einflüsse aus Italien, Frankreich, Deutschland und Osteuropa und brachte dadurch eine ganz eigene Virtuosität in seine Musik. Schon seine Zeitgenossen rühmten ihn als Meister des »gout mélange«, des vermischten Geschmacks. In der musikgeschichtlichen Wahrnehmung wird er jedoch oftmals wie der unliebsame Stiefbruder seiner Zeitgenossen Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel behandelt, sodass seine Werke erst langsam (wieder) den Weg ins Konzertrepertoire der Gegenwart finden. Dabei zeugt seine Musik von musikalischem Einfallsreichtum, die nicht nur den Musizierenden größte Spielfreude entlocken, sondern auch für den Zuhörenden größtmöglichen Genuss bedeuten.

Die Viola d’amore ist ein besonders kostbarer wie seltener Juwel der Streichinstrumente. Die Musik für Viola d’amore ist in ihrer Beschaffenheit meist eine eher bescheidene Musikschöpfungen der Musikgeschichte; so werden die Instrumente meistens im Akkord der Grundtonart der Komposition gestimmt, durch die mitschwingenden Resonanzsaiten ist der schnelle Wechsel von virtuosen Harmonien nur bedingt möglich. Obgleich die Viola d’amore im harmonischen Sinne nicht unbedingt für Abwechslung und Überraschung steht, so offenbar ihr Klang jedoch eine gänzlich andere Qualität: die »vollkommene« Harmonie. Alle Saiten sind im wohlklingenden Akkord gestimmt; die dadurch entstehende »angenehme Klangwelt« mag wohl der Grund sein, weshalb das Instrument seinen so lieblichen Namen erhielt. Vor allem Komponisten, die selbst die »d’amore« spielten, versuchten mit all den ungeahnten Möglichkeiten dieser Klangwelt zu experimentieren. Einer von ihnen mag Wilhelm Ganspeck gewesen sein, dessen Name nicht nur eher unbekannt ist, sondern über den keine gesicherten biografischen Informationen überliefert sind. Und so lässt uns heute seine einzigartige Musik erahnen, welch aufgeweckter, virtuoser Geist in ihm stecken musste.