7. Kammerkonzert

Stéphane Egeling Oboe/ Englischhorn, Jan Creutz Klarinette, Amber Mallee Fagott

Johann Sebastian Bach Triosonate d-Moll BWV 527
Maurice Franck Trio
Sandor Veress Sonatina
Wolfgang Amadeus Mozart Terzetti 19 bis 25 (KV 439b), nach der Seisenburg-Handschrift


Ein Kammerkonzert ganz im Zeichen des Triospiels – und zwar eines ganz besonderen: Stéphane Egeling (Solo-Oboist im Aachener Sinfonieorchester), Jan Creutz (Klarinettist im Saarländischen Staatsorchester) und Amber Mallee vom New European Ensemble (Fagott) stellen den Vormittag ganz in die Tradition der »trio d‘anches«. Die erste Formation dieser Art – drei Holzblasinstrumente, bei denen der Klang mittels eines einfachen (wie z.B. bei der Klarinette) oder eines doppelten Rohrblatts (wie bei Oboe und Fagott) erzeugt wird – sorgte in den 20-er und 30-er Jahren als »trio d’anches de Paris« in der französischen Hauptstadt für Furore. Der einzigartige Ensembleklang – perfekte klangliche Homogenität bei gleichzeitiger großer Klarheit der einzelnen Stimmen – begeisterte, und kein Geringerer als Wieland Wagner sagte nach einem Konzert, er habe noch niemals zuvor ein so hervorragendes Bläserensemble gehört.


Rasch verbreitete sich die Besetzung der »trio d‘anches« über ganz Europa, heute ist die Gattung aus der Kammermusik nicht mehr wegzudenken. Zu Beginn des 7. Kammerkonzert erklingt Bachs Triosonate d-Moll, vom Komponisten »à zwei Claviere und Pedal« (= ein Pedalcembalo oder eine Orgel) für die Interpretation durch einen Spieler gedacht, eine große Herausforderung sowohl in musikalischer wie auch in technischer Hinsicht. In der im Staatstheater erklingenden Fassung übernimmt die Klarinette die erste Stimme, das Englischhorn die zweite und das Fagott den Bass, die originalen Tonarten blieben erhalten.
Weiter geht es mit einem Trio d’anches des französischen Komponisten Maurice Franck, das eine ländliche Idylle stilisiert; und mit der Sonatina des Ungarn Sándor Veress gilt es, einen Komponisten zu entdecken, der Musterschüler Béla Bartóks und Zoltan Kodálys sowie Lehrer György Ligetis und György Kurtágs war – und dessen Musik bislang eher als Geheimtipp gilt. Mit Mozarts Terzetti 19 bis 25 verabschiedet das Kammermusiktrio sein Publikum dann in den Sonntag.