1. Sinfoniekonzert SCHÖNES SPIEL UND BITTERE AHNUNG

Dirigent Marc Piollet, Sopran Camilla Nylund, Saarländisches Staatsorchester

 

Benjamin Britten Sinfonia da Requiem op. 20

Alban Berg Drei Bruchstücke aus der Oper "Wozzeck"

Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

 

Benjamin Britten wurde 1913 geboren, im letzten Jahr des Friedens vor dem ersten Krieg der Moderne. Ein Umstand der Brutalität, Verirrung und Verzweifl ung angesichts des Kampfes um Leben und Tod, der ihn Zeit seines Lebens begleiten sollte. Noch heute steht Britten für eine entschiedene Haltung inmitten einer Zeit des Umbruchs und Unbeständigkeit; gegen Krieg und diktatorische Gewalt. Politisch-gesellschaftliches und persönliches Erleben ließen sich dieser Tage nicht trennen. Diese Verquickung von politischem und privatem Schicksal spiegelt sich in Brittens »Sinfonia da Requiem« auf fast bizarre Weise wider: irritierend schön, feierlich, erbarmungslos und zwingend.

Am 4. Mai 1914 hatte Alban Berg die Wiener Erstaufführung des Trauerspiels von Georg Büchner besucht und war von dem Stück so beeindruckt, dass er sich sofort entschied, aus dem Fragment eine »expressionistische« Oper zu machen: »Wozzeck«. Obgleich die Oper in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts als Schlüsselwerk des modernen Musiktheaters gilt, unterlag seine Schöpfungszeit wideren Umständen. Berg galt als »Enfant terrible« und hatte einen schweren Stand, doch gab es weiterhin Überzeugte, die an das Potenzial seiner Oper glaubten. Es war der Komponist und Dirigent Hermann Scherchen, der für eine Voraufführung um Ausschnitte aus der Oper bat. Am 11. Juni 1924 sollte mit der Sopranistin Beatrice Sutter-Kottlar Alban Bergs »Drei Bruchstücke« das große Werden und Wirken einer der wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts vorausahnen lassen.

 

Als Ludwig van Beethoven sich an die Komposition seiner 2. Sinfonie machte, berichtete er bereits von schwerwiegenden Ertaubungserscheinungen. So mag die positiv-energetische Grundstimmung dieser Musik fast irritieren. »Ich will dem Schicksal in den Rachen greifen, ganz niederbeugen soll es mich gewiss nicht«, schrieb Beethoven an einen Freund. Alles andere als gebeugt ist seine Sinfonie, die bereits ahnungsvoll auf die »Heroische« verweist.

TIPP: KINDERMUSIKWERKSTATT BEI SONNTAGSKONZERTEN

Musikbegeisterte Kinder zwischen vier und neun Jahren sind während der Sonntagskonzerte herzlich eingeladen, spielerisch das Orchesterinstrumentarium und ein Werk des Programms kennenzulernen. Los geht´s um 10:30 Uhr, in der Konzertpause gibt es Brezeln und Wasser zu Stärkung. Dieses Angebot (3 € pro Kind) gilt nur in Kombination mit dem Kauf einer Konzertkarte.