2. Sinfoniekonzert Rätselhafte Klanggewalt

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 6 a-Moll

Seine 6. Sinfonie werde „Rätsel aufgeben“, „an die sich nur eine Generation heranwagen darf, die meine ersten fünf in sich aufgenommen und verdaut hat“, prophezeite Mahler in einem seiner Briefe. Wir haben da keinerlei Sorge. Das Saarbrücker Konzertpublikum wurde von Generalmusikdirektor Nicholas Milton mit einem Mahler-Zyklus bestens vorbereitet. Hier dürfte die gewaltige Sechste für die Zuhörer keine so harte Nuss sein, sondern vielmehr der erwartete nächste Höhepunkt.

Mahlers inszenierte Klanglandschaft ist eines der emotional radikalsten Werke der Musik um 1900. Die Sinfonie übt eine magische Anziehungskraft auf den Zuhörer aus. Tonsymbole wie Herdenglocken mögen Einsamkeit und Zurückgezogenheit darstellen, der „Glockenton der grasenden Herden“ sei das letzte, „was der Mensch hört, wenn er zu den einsamen Gipfeln der Alpen aufsteigt“ (Mahler), gleichzeitig sind sie, strukturell gesehen, eine Vorwegnahme der Musique concrète – wie auch die Hammerschläge im letzten Satz, die von Apologeten eines inneren Programms dieses Werkes als „Axthieb des Schicksals“ gedeutet wurden.

Was ist das Rätselhafte, das so Besondere an dieser 6. Sinfonie? Es ist der Kosmos von gegensätzlichsten Gefühlswelten, mit denen Mahler die Zuhörer berauscht und überwältigt. Das Unbeschreibliche, das Enigmatische, das kommt in seiner Sechsten zum Schluss, in einem Finale wie das „alttestamentarische Bild von der Flammenschrift mit ihrer Prophezeiung eines vernichtenden Endes“ (Mathias Hansen), das wie aus dem Nichts erscheint. Es erinnert an eine Tabula rasa all dessen, was sich in den vorangegangenen Sätzen aufgebaut hat. Hier hört der Spaß mit aller Entschiedenheit auf und selbst der Zuhörer macht Erfahrungen existentiellen Ausmaßes.

Tipp: Kindermusikwerkstatt bei Sonntagskonzerten

Musikbegeisterte Kinder zwischen vier und neun Jahren sind während der Sonntagskonzerte herzlich eingeladen, spielerisch das Orchesterinstrumentarium und ein Werk des Programms kennenzulernen. Los geht´s um 10:30 Uhr, in der Konzertpause gibt es Brezeln und Wasser zu Stärkung. Dieses Angebot (3 € pro Kind) gilt nur in Kombination mit dem Kauf einer Konzertkarte. 

Besetzung


Saarländisches Staatsorchester