SPARTENSPRECHER Moritz Hürtgen: Angst vor Lyrik

Angst macht Angst, Angst macht Politik und Angst macht Auflage. Ein Gedichtband, der Fürchten lehrt – und unterhält.

Ein Leben in Angst: alle Menschen führen es. Vollkommen unmöglich, den Ängsten zu entkommen. Kaum ist eine Angst verdrängt, kommt die nächste um die Ecke, springt aus dem Schrank oder lauert nachts unterm Bett. Es wäre ein aussichtsloses Unterfangen, alle Über- und Unterängste zu klassifizieren, die Urängste zu suchen und ihnen Angststammbäume zuzuordnen. Vorgebliche Angstforscher sind oft -hasen, die es nicht ­wagen, die Sinnlosigkeit ihrer Arbeit und die Übermacht der Angst anzuerkennen.

Der Lyriker und Titanic-Chefredakteur Moritz Hürtgen hat aus Angst bzw. aus diversen Ängsten (Bedeutungslosigkeit, Armut, Prosa) einen Gedichtband geschrieben, der gar nicht erst versucht, Angst zu definieren oder Ängste zu bannen. Nein, er hat sich von besonders schönen und fürchterlichen Ängsten­ heimsuchen lassen, um sie zu beschreiben, zu loben und sie ­ mutig genug! – wenigstens kurzzeitig in lyrische Form zu ­sperren. Ob das gut ausgehen kann?

Moritz Hürtgen wurde 1989 geboren und ist seit Anfang 2019 Chefredakteur des Satiremagazins Titanic. In dieser Position vermittelt er regelmäßig Falschmeldungen an die Bild, den Focus und sogar die Nachrichtenagentur Reuters. Für seine Bachelorarbeit verglich er zwar erfolgreich die Dichter Robert Gernhardt und Thomas Gsella (unentschieden), das Germanistikstudium in München schloss er aus Faulheit im Nebenfach aber trotzdem nicht ab.

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Donnerstag, 14. Nov 2019, 20:00