2. Sinfoniekonzert WELT IM WANDEL

Dirigent Roger Epple, Violine Charlie Siem, Saarländisches Staatsorchester               

 

 

Modest Mussorgsky Nacht auf dem kahlen Berge

Gabriel Prokofiev Violinkonzert "1914" Deutsche Erstaufführung

Witold Lutoslawski Konzert für Orchester

 

Er ist vielleicht der »russischste« aller russischen Komponisten: Modest Mussorgsky. Die meisten seiner Werke sind unvollendet geblieben. Auch sein Leben war irgendwie unvollständig, er litt an Depressionen und starb im Alter von 42 Jahren nach starkem Alkoholmissbrauch. Seine sinfonische Dichtung »Eine Nacht auf dem kahlen Berge« ist sein einziges genuines Orchesterwerk, aber auch hiervon gibt es mehrere Fassungen. Zumeist, so auch im 2. Sinfoniekonzert, wird das Werk in einer Orchestrierung von Nikolai Rimski-Korsakow gespielt. Thema der abgründigen Komposition ist ein orgiastischer Hexensabbat auf einem Berg in der Nähe von Kiew. Den in London lebenden Gabriel Prokofiev verbindet mit seinem russischen Großvater Sergej Prokofjew musikalisch kaum etwas, kompositorisch geht er ganz eigene Wege.

Nach dem Musikstudium machte Gabriel Prokofiev erst einmal Garage Music und Hiphop, bevor er sich der Klassik erneut zuwandte. Er ist Artist in Focus der Spielzeit 2018/2019. Seinem Violinkonzert, welches 2014 uraufgeführt wurde, gab er den Untertitel »1914«. Das Stück folgt den Ereignissen des Jahres 1914, von der Euphorie bei Kriegsausbruch bis hin zur totalen Trostlosigkeit des Grabenkrieges, wobei die Solo-Violine den direkten emotionalen Bogen zum Publikum spannt und viele Einzelcharaktere zeichnet, mal die Gleichgültigkeit der Generäle, mal das traumverlorene Hoffen eines Soldaten. Gabriel Prokofiev ändert die Perspektiven wie in einem Film. Er arbeitet auf verschiedenen Ebenen – auch stilistisch – um die Geschehnisse des Kriegsausbruchs zu betrachten.

 

Die Besatzung im 2. Weltkrieg überlebte der junge Komponist Witold Lutosławski im Untergrund. Zum kulturellen Neubeginn nach Kriegsende sollte Witold Lutosławski für die Philharmonie in Warschau eine neue Komposition schreiben. Ganze vier Jahre, zwischen 1950 und 1954, arbeitete Lutosławski an seinem »Konzert für Orchester«. Es entstand ein einzigartiges Werk. Auch, wenn seine vielleicht meistgespielte Komposition sich hier noch folkloristischer Elemente bedient, es ist keine brave Musik. Das Stück hat es in sich, es ist virtuos, anspruchsvoll, tiefsinnig und sinnlich zugleich.

 

TIPP: KINDERMUSIKWERKSTATT BEI SONNTAGSKONZERTEN

Musikbegeisterte Kinder zwischen vier und neun Jahren sind während der Sonntagskonzerte herzlich eingeladen, spielerisch das Orchesterinstrumentarium und ein Werk des Programms kennenzulernen. Los geht´s um 10:30 Uhr, in der Konzertpause gibt es Brezeln und Wasser zu Stärkung. Dieses Angebot (3 € pro Kind) gilt nur in Kombination mit dem Kauf einer Konzertkarte.