Presse-Stimmen


»Ein  wuchtiger,  großartiger Schauspielerinnen-Abend, dank Martina  Struppek  und  Anne  Rieckhof, die unter Thorsten Köhlers Regie alle Register der großen Geste ziehen dürfen.«

Kerstin Krämer, Saarbrücker Zeitung

Ada und ihre Töchter ist kein Handlungs- und Entwicklungsstück. Noah Haidle, der Us-Autor, umkreist viel mehr mit seinem Text eine Bedingung menschlicher Existenz, es geht um die nötige Balance zwischen dem erträumten Leben und dem Alltag, der uns eben täglich umgibt und erdet. Um das Spannungsverhältnis zwischen Spiel und Ernst. Die Regie von Thorsten Köhler schält diesen Kern der Geschichte makellos heraus. Anne Rieckhof und Martina Struppek zielen auf der Bühne mit pfeilspitzen Mutter-Tochter Dialogen aufeinander, dass es Freude macht. Es geht rasant zu. Unentwegt ploppen Motive und Intrigen auf, die uns schon aus unzähligen Klassikern, wie aus der Nachmittagssoap, bekannt sind: Inzest, Kindsmord, Geschwisterliebe und die Götter, wie eben gehört, werden auch noch angerufen. (…) Im Interview hat der Dramatiker einmal gesagt, dass er im Theater in erster Linie berührt werden wolle, und das gelingt in diesem Stück, und zwar mit Leichtigkeit.

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Jochen Erdmenger, SR2

Ada und ihre Töchter

ABSPANN DES LEBENS
Zwischen Realität und Fiktion

 

72 Jahre. Das ist der bislang noch nicht eingestellte Rekord für die längste Laufzeit einer Fernsehserie. Und wer bislang dachte, dass Homers »Odyssee« das Maß aller epischen Längen sei, der kennt Ada nicht. Ada spielt seit 27 Jahren in der drittklassigen Soap »What is the Cause of Thunder?« und hat ein besonderes Problem: Die jahrelange Verkörperung der Rolle der Emily Posten hat sie zu – nun ja – zu Emily Posten gemacht. Ein Schelm, wer nun an Wolfgang Bahro oder Marie-Luise Marjan denkt. Doch seien wir ehrlich: Schreien wir nicht laut vor der Glotze auf, wenn uns geliebte Serienhelden in anderen Filmen und anderen Rollen begegnen? Möchten wir sie nicht fragen: Wie läuft’s bei GZSZ oder in der Lindenstraße?
So mag es Noah Haidle gegangen sein. Der 1978 geborene Autor dachte sich die Figur der Ada aus. Sie behandelt ihre real existierende Tochter Ophelia immer mehr wie das Kind ihrer Rollenfi gur Emily, das die meiste Zeit im Koma liegt. Und dann muss Ada Mordanschläge überstehen – Anschläge auf ihr Leben oder das, was sie für ihr Leben hält. Die Täter: Drehbuchautoren und Produzenten, die sie aus der Serie schreiben (lassen) wollen. »So nicht«, ist die Devise von Ada – Verzeihung: Emily.
Mit seiner rabenschwarzen Komödie versucht Noah Haidle einmal mehr »Schönheit in die Welt zu bringen«. So drückt er es aus. Dabei zerfl ießen die Grenzen von Realität und Fiktion, dass es eine Freude ist. Ganz nebenbei schuf er Paraderollen für zwei Schauspielerinnen und einen Theaterabend, der jedem Serien-Junkie ans Herz gelegt wird. Wie die Rekord-Soap heißt? »Springfi eld Story« (1952 bis 2009). Und damit zurück zur Werbung.

 

Thorsten Köhler ist Schauspieler, Regisseur, Bühnenbildner und leitet mit Luca Pauer die sparte4 am Saarländischen Staatstheater. In der Spielzeit 2018/2019 inszenierte er Michel Decars Stück »Philipp Lahm« sowie die Uraufführung von Dave Eggers Roman »Eure Väter, wo sind sie? Und die Propheten, leben sie ewig?«.

Premiere


sparte4

31.10.2019

Termine


sparte4

Dauer: 100 Min
Sonntag, 15. Dez 2019, 20:00

Samstag, 21. Dez 2019, 20:00

Dienstag, 31. Dez 2019, 20:00

Mittwoch, 05. Feb 2020, 20:00

Samstag, 08. Feb 2020, 20:00

Freitag, 14. Feb 2020, 20:00

Besetzung


Inszenierung
Bühnenbild und Kostüme
Dramaturgie