Presse-Stimmen


»[...] Zombiehaft zurechtgemacht, nach dem Willen seiner eigenen Peitsche tanzend, schlürft dieses Volk im Gleichschritt über die Bühne. Das erzeugt eine ganz besondere Dynamik, die dem Zuschauer eine Gänsehaut über den Rücken treibt.«
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SR2 KulturRadio, 18.3.2018, Michael Schneider

»Mehler tritt zu einer inszenatorisch beglückenden Beglaubigung des allerletzten Satzes seines Programmheftes an: „Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich dass sich vieles ändern lässt, bloß nicht die Menschen.“ Eine Menschheitstragödie also zeigt er uns, in der die philosophisch-existenzialistischen Passagen Priorität und auch die Mann-Frau-Beziehungen Priorität vor dem rein Politischen erhalten.«
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Saarbrücker Zeitung, 19.3.2018, Cathrin Elss-Seringhaus

»Star des Abends ist neben Raimund Widra als St. Just, der wie das Gros der Schauspieler neu in Saarbrücken engagiert ist, denn auch das Ensemble 4: die Jugendtruppe, die das Volk mimt. Und im Stück auch eine Spur Individualität zeigen darf, wenn die 20 Mitglieder „Ich bin Uwe, ich bin Andrea, ich bin Herrmann…“ rufen.«

Die Rheinpfalz, 19.3.2018, Susanne Schütz

Dantons Tod

MESSERSCHARFE WORTGEFECHTE
Mehr Polit-Thriller geht nicht

Kann die Tugend durch den Schrecken herrschen? Auf dem Höhepunkt jakobinischer Gewaltexzesse in den Jahren der Französischen Revolution entbrennt ein Streit zwischen Robespierre und Danton. Beide waren einst gegen den Adel aufgestanden, doch nun entzweien sie sich in der Frage, wie konsequent gegen den politischen Gegner vorgegangen werden soll.

Georg Büchner schrieb 1835 eine auf realen Debatten und Briefen beruhende tieftraurige Reflexion über die Folgen einer idealistisch begonnenen Revolution. 1835? Gerade war mit der Juli-Revolution von 1830 eine neue Welle der politischen Unruhe durch Europa geschwappt, doch weder das Hambacher Fest noch der Frankfurter Wachensturm lösten in deutschen Landen den ganz großen Umsturz aus. Georg Büchner, der aus dem liberalen Straßburg mit revolutionären Gedanken bestens vertraut war, hatte 1834 im preußisch gegängelten Gießen erlebt, wie nötig ein politischer Umbruch wäre.

Seine Waffen des Widerstands? Journalismus und Literatur. Im Jahr, in dem „Dantons Tod“ erschien, wurde mit der AFP die erste Presseagentur der Welt gegründet und der Informationsaustausch zwischen den Zivilgesellschaften beschleunigte sich immens. Büchner erfand das „Historiendrama“ neu, auch wenn es erst 67 Jahre später erstmals auf die Bühne kam.Georg Büchner war seiner Zeit weit voraus.

Premiere


Großes Haus

17.03.2018

Besetzung


Inszenierung
Bühnenbild und Kostüme
Dramaturgie
ensemble4

Georg Danton
Camille Desmoulins
Lacroix
Robespierre
St. Just
Julie, Dantons Gattin
Lucille, Gattin des Camille Desmoulins
Volk: Ensemble 4