Die Passagierin

FÜHLEN, WAS UNSAGBAR IST
Meisterwerke wider das Vergessen

 

Trotzig, poetisch, witzig und wunderschön: Um Mieczysław Weinbergs Musik zu beschreiben, fehlt das eine, das exakte Adjektiv. Große Meister wie Dmitri Schostakowitsch waren begeistert von seiner Arbeit, doch die sowjetischen Zensoren waren anderer Meinung. So kam es, dass Weinbergs Oper »Die Passagierin« aus dem Jahr 1968 erst 2010 uraufgeführt wurde – mit überragendem Erfolg. Dem Werk zugrunde liegt Zofi a Posmyzs gleichnamiger Roman. Die bewegende Geschichte erzählt das Aufeinandertreffen einer befreiten Insassin des Konzentrationslagers Auschwitz mit einer ihrer früheren Aufseherinnen. Marta erkennt ihre Peinigerin Lisa während einer Kreuzfahrt nach dem Krieg. Immer wieder »blenden« Text und Musik wie in einem Film zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Was für Lisa wie ein Traum begann, nämlich ihre Hochzeitsreise, entwickelt sich nach und nach zum Albtraum: Lisa hat ihrem Mann ihre Vergangenheit als KZ-Aufseherin verschwiegen und ganz allmählich kommt die Wahrheit ans Licht ... Weinbergs Musik bewegt sich dabei trotz allen Ernstes virtuos zwischen Melancholie und Trotz, zwischen sinfonischem Pathos und jazziger Leichtigkeit. Sie braust auf, wird ironisch, beschreibt seelische Kälte und verzweifelnde Liebe. In Zeiten, da sich Rockstars aus Marketing-Gründen wie KZ-Häftlinge kleiden, rückt dieses musikalische Meisterwerk einiges zurecht, was in der Verharmlosung zu entgleiten droht: Die Erinnerung daran, dass der Völkermord an den Juden im Zweiten Weltkrieg kein Kapitel eines Buches ist, kein »Fliegenschiss«, sondern millionenfaches Einzelschicksal fühlender und sehnender Menschen. Der Regisseur und Choreograph Demis Volpi zählt zu den Shootingstars der Regieszene. Bereits mit zahlreichen Tanzpreisen ausgezeichnet, erobert er jetzt auch die Opernwelt. Ab der Theatersaison 2020/2021 wird Volpi als Ballettdirektor der Deutsche Oper am Rhein vorstehen.

Premiere


Großes Haus

09.05.2020

Termine


Großes Haus

In mehreren Sprachen mit deutschen und französischen Übertiteln

Samstag, 09. Mai 2020, 19:30

Sonntag, 17. Mai 2020, 18:00

Samstag, 23. Mai 2020, 19:30

Freitag, 29. Mai 2020, 19:30

Samstag, 06. Jun 2020, 19:30

Freitag, 19. Jun 2020, 19:30

Samstag, 27. Jun 2020, 19:30