Presse-Stimmen


»In Zeiten Trumpscher Twitter-Politik und medial über-hypter Weltuntergangsszenarien mündet Überforderung in abgestumpfte Gewöhnung. Temporeiches, starkes politisches Theater.«

Saartext, 28.5.18, Johannes Kloth

»Es gibt hier keine klaren Rollenverteilungen und keine lineare Handlung. Dafür wird viel parodiert. Die beeindruckend textsicheren Darsteller schlüpfen in die Rollen verschiedener Medienvertreter, im zweiten (neuen) Teil treten zudem auf: Polit-Aktivist und Journalist Michael Moore (mit seiner eigenen Wahrheit), zwei patriotisch geifernde US-Kongressabgeordnete, ein „einfacher Bürger“ und unser aller Lieblingsmachthaber Trump inklusive Familienclan sowie Erdogan und Putin.«

Saarbrücker Zeitung, 28.5.2018, Esther Brenner

Fake Reports

ECHT
Eine Katastrophe – die Medien

Etwas ist geschehen – noch weiß niemand, ob es ein Unfall war oder ein Anschlag, wer die Opfer, wer die Täter sind, geschweige denn, welche Motive dahinterstecken. Doch sofort wird in den sozialen Medien, in Zeitungen, Interviews und Talkshows heftig über die Ereignisse diskutiert.

In ihrem Stück „Fake Reports“ spiegelt Kathrin Röggla die Katastrophendramaturgie der Medien nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York, 2001. Dabei gelingt es ihr, die Flachheit der Medienkommunikation auf ironisierende Weise zu entlarven. In einer Zeit, in der sich selbst die Beraterin von US-Präsident Donald Trump, Kellyanne Conway, offen zu der Verbreitung „alternativer Fakten“ bekennt, hat Rögglas Text eine neue Relevanz bekommen.

Dabei ist „Fake Reports“ kein Medien-Bashing: Kathrin Röggla ist eine Virtuosin des subtilen Worts. Ihre Entlarvungen sind auch immer eine erfrischende Sprach-Kritik, ihre Ahnung eines globalen Scheiterns mehr als bloße Anklage durch Bloßstellung.

Kathrin Röggla ist eine weitgereiste Frau, die weiß, wovon und über wen sie schreibt. 2001 erhielt sie das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds. Kurz danach krachte American-Airlines-Flug 11 in den Nordturm des World Trade Center ...