Presse-Stimmen


»Was macht nun Regisseur Christoph Mehler aus diesem Stoff? Dankenswerter Weise keine krampfige Modernisierung mit Verweisung etwa auf denunzierende Facebook-Shitstorms. Sondern eine spannungsreiche, bildstarke Inszenierung, die ebenso die letztlich simplen Mechanismen der Denunziation beleuchtet wie die Psychologie ihrer Figuren – gespielt von einem großartigen Ensemble.«
Tobias Kessler, Saarbrücker Zeitung  

»Alles in allem ein wuchtiger Theaterabend, der einen drei Stunden lang in Bann schlägt, viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren bietet. Anschauen!«
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Uwe Loebens, Saarländischer Rundfunk (aktueller bericht)

»Christoph Mehlers fast zweihundertminütiges Spiel schenkt dem Publikum nichts. Es muss den ernüchternden Weg um Lügen, Verleumdung, Hass und Misstrauen mitgehen! Ein buchstäblich überwältigender Abend!«
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Burkhard Jellonek, OPUS Kulturmagazin

»Mit diesem kraftvollen Mädchenchor gelingt es der Inszenierung sehr gut, dieses gesellschaftliche Klima aus Trieb, Unterdrückung und Aufbegehren, paranoide Angst und Flucht in Verschwörungstheorien spürbar werden zu lassen.«
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Reingart Sauppe, SR2 KulturRadio

Hexenjagd The crucible

DAS WUTFIEBER STEIGT
Fatale Selbstermächtigung

 

Im Zweifel für den Angeklagten. Dieser Grundsatz ist eine der größten Errungenschaften aufgeklärter Gesellschaften. Und eben deshalb schwebt dieser Satz immer in Lebensgefahr, wenn Populisten und ideologische Eiferer mit den Ängsten der Menschen spielen. Arthur Miller machte mit seinem Stück »Hexenjagd« in den 1950er-Jahren eindrucksvoll darauf aufmerksam. Als US-Senator McCarthy in der Ära des »Kalten Krieges« Jagd auf Kommunisten in den USA machte, erinnerte der Schriftsteller an eine Welle von Hinrichtungen des Jahres – in Salem, Massachusetts 1692. Damals wurden Menschen zum Tode verurteilt, die mit dem Teufel im Bunde gestanden haben sollen. In Arthur Millers Schauspiel rächt sich ein Mädchen an einem Bauern, mit dem sie ihr erstes Verhältnis hatte. Der beleidigte Teenager und seine Freundinnen lügen sich in einen Racherausch und aus einem kleinen Shitstorm wird tödlicher Ernst für zahlreiche Unschuldige. Die Ereignisse von 1692 weisen hochaktuelle Parallelen zu unserer Zeit auf. Irrationale Ängste und Vorurteile entladen sich in offenem Fremdenhass und Selbstjustiz. Psychologen messen derzeit mit Sorge die ansteigende Wut in der Welt. Und ganz egal, ob sie auf politischem, ökonomischem oder  religiösem Fanatismus beruht: Wenn der Rechtsstaat diese Opfer nicht mehr zu schützen weiß, sind wir wieder mitten im 17. Jahrhundert.

 

Christoph Mehler leitete die Spielstätte Box und Bar am Deutschen Theater Berlin und war von 2011 bis 2014 Hausregisseur am Schauspiel Frankfurt. Mittlerweile entstanden Regiearbeiten unter anderem am Staatstheater Nürnberg, Deutschen Nationaltheater Weimar, Deutschen Theater Göttingen, Theater Augsburg, Schauspielhaus Wien, Theater Dortmund, Theater Ingolstadt und an den Staatstheatern Braunschweig, Mainz, Darmstadt und Saarbrücken. Hier inszenierte er zuletzt »Dantons Tod«.

Premiere


Großes Haus

14.09.2019

Termine


Großes Haus

Dauer: 190 Min , Einführung 30 Min vor Beginn

Mittwoch, 11. Dez 2019, 19:30

Besetzung


Inszenierung
Bühnenbild und Kostüme
Dramaturgie

Reverend Samuel Parris
Tituba
Abigail Williams
Ann Putnam
Mary Warren
John Proctor
Elizabeth Proctor
Richter Danforth
Chor: ensemble4