MATINÉE BÜHNE, BÄREN UND BIER: SHAKESPEARE UND SEINE ZEIT

England, 16. Jahrhundert: In bequem gepolsterten Sesseln sitzend verfolgen die festlich gewandeten Zuschauer in atemloser Stille die Aufführung von Shakespeares Tragödie »Romeo und Julia« … falsch, ganz falsch. Ein Theaterbesuch sah zu Shakespeares Zeiten ganz anders aus als heute: Quer durch alle Bevölkerungsschichten strömen die Menschen begeistert ins Theater, Adelige ebenso wie Tagelöhner, Prostituierte, Arbeitslose, ja, gar die Königin. Sitzplätze? Nur für die, die es sich leisten können. Die meisten Zuschauer stehen, dichtgedrängt wie bei einem Rockkonzert oder Fußballspiel. Und auf der Bühne? Stehen ausnahmslos Männer, die ganz selbstverständlich auch die weiblichen Rollen spielen – und die großen Angelegenheiten der Welt auf den paar kleinen Bühnenbrettern verhandeln, die sprichwörtlich die Welt bedeuten.

Anlässlich der Schauspielinszenierung »Shakespeare in Love«, die ab Februar 2019 im Großen Haus zu sehen ist, lädt das Saarländische Staatstheater am Sonntag, 20. Januar 2019, 11 Uhr zu einer etwas anderen Matinee ins Mittelfoyer ein: Anglistin Prof. Dr. Susanne Bach nimmt die Besucher mit auf eine spannende Zeitreise ins Elisabethanische Zeitalter, in den ganz normalen Alltag von Shakespare und seiner Zeitgenossen. Wie spielt man die hochdramatische Todesszene in »Hamlet« oder die romantische Balkonszene in »Romeo und Julia« zwischen Bierausschank und Bärenhatz, Regenmatsch und Pestgefahr? Wie sieht der Alltag der Zuschauer in einer Epoche ohne Zahnbürste und Deodorant, ohne Handy und Internet aus?

Weder Vorkenntnisse noch Gepäck sind für diese Zeitreise, von der man sicherlich das ein oder andere Aha-Erlebnis mitbringt, vonnöten. Eintritt frei!