Mit »Le Carreau, Scène nationale de Forbach et de l’Est mosellan« setzen wir auch in dieser Spielzeit den Publikumsaustausch fort: Zuschauer des einen Theaters können das jeweils andere Theater zu einem Vorzugspreis besuchen. Vor dem Besuch im Theater Le Carreau begrüßen wir unsere deutschen Zuschauer um 18 Uhr im Saarländischen Staatstheater: Dort gibt´s eine Einführung, bevor Sie in den Shuttlebus nach Forbach steigen, der Sie nach der Vorstellung auch wieder zurück nach Saarbrücken bringt. Bequemer kann man Grenzen nicht überschreiten.

Karten für die Publikumstausch-Vorstellungen im Le Carreau sowie Tickets für den Shuttlebus erhalten Sie an der Vorverkaufskasse des Saarländischen Staatstheaters, Schillerplatz 2.

VIM VANDEKEYBUS: TRAPTOWN
Freitag, 11. Oktober 2019, 20 Uhr

Ein Spektakel jenseits jeder Norm, jeder Kategorie und außerhalb der Zeit: Wim Vandekeybus schöpft mit dieser jüngsten Inszenierung aus der Kraft der zeitlosen und universalen Themen der Mythen. Schon 2002, mit Blush, hatte er seine Faszination für diese alten Stoffe gezeigt. Der Choreograph kommt jetzt mit einer Arbeit darauf zurück, die letztlich auf unsere heutige Welt verweist und auf die dringende Notwendigkeit, sich der Herrschaft des Menschen über den Menschen zu verweigern.

Die Tänzer und Tänzerinnen bewegen sich auf der Bühne wie in einer labyrinthischen Stadt. Den Bewegungen der Darsteller mit ihrer mitreißenden Energie antworten die Figuren auf der Leinwand, die ein betörendes Paralleluniversum erschaffen. Die Originalkomposition von Trixie Whitley und Phoenician Drive zieht uns vollständig in den Bann.

Es ist sowohl choreographisch, als auch bühnenbildnerisch, filmisch, dramaturgisch und musikalisch ein totales Werk, das Wim Vandekeybus da abliefert.


 

 

ETIENNE SAGLIO: LES LIMBES
Freitag, 20. Dezember 2019, 20 Uhr

Etienne Saglio ist ein Meister der Orte, an denen Magie mit Illusion rivalisiert. Der Illusionskünstler nimmt uns mit auf eine Reise ohne Kompass durch die Vorhölle, jenen mysteriösen und chaotischen Ort zwischen den Welten.

Eine rotgekleidete Figur liefert sich allein auf der Bühne einen Kampf gegen ein Double, das mal Marionette ist, mal Schatten oder gegen ein weißes Gespenst, dass sich ins Unendliche vervielfältigt. Man gerät in einen verwirrenden Bilderwirbel und weiß nicht mehr, wer der Angreifer und wer der Angegriffene ist. In diesem Raum voller schleierhafter Geister weitet und verengt sich die Pupille des Zuschauers im galoppierenden Rhythmus halluzinierender visueller Effekte.

Die Barockmusik von Vivaldi verfeinert als Kontrapunkt das Ganze. Saglio, ein zeitgenössischer Magier mit großer Theaterkultur, den wir 2011 mit Le soir des monstres im Carreau entdecken konnten, entführt den ganzen Saal in sein wundersames und phantastisches Paralleluniversum. Betörend!