Mythos, Malerei, Musik Richard Wagner Symposium

Mit freundlicher Unterstützung des Richard-Wagner-Verbandes Saarland e. V. Eintritt frei, Voranmeldung an der Theaterkasse erforderlich 0681/3092-486

Aile Asszonyi (Isolde)| Foto: Martin Kaufhold

Mythos, Malerei, Musik Richard Wagner Symposium

Mit freundlicher Unterstützung des Richard-Wagner-Verbandes Saarland e. V. Eintritt frei, Voranmeldung an der Theaterkasse erforderlich 0681/3092-486

Richard Wagner gehört zu den einflussreichsten, umstrittensten und meistdiskutierten Gestalten der europäischen Kulturgeschichte. Seine Ausstrahlung reichte und reicht nach wie vor weit über die Musik- und Theatergeschichte hinaus. Nun beleuchten am Saarländischen Staatstheater hochkarätige Referenten aus Medizin, Kunst und Kultur das Wirken, Werden und Nachwirken Richard Wagners aus der Perspektive ihrer unterschiedlichen Disziplinen.

 

Ein Blick in den »mystischen Abgrund« – Stimmphysiologie sichtbar gemacht

»Das älteste, ächteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme .« Diese Feststellung traf kein Geringerer als Richard Wagner in seiner theoretischen Schrift »Oper und Drama«. Es ist bei der Stimme so ähnlich wie im Orchestergraben des Festspielhauses in Bayreuth, den Wagner als »mystischen Abgrund« bezeichnete. Man hört schöne Klänge und sieht nicht wie diese produziert werden, da die Organsysteme, mit denen die Stimme gebildet werden, im Inneren des Körpers verborgen liegen. Die Arbeitsgruppe um Professor Richter, den Leiter des Freiburger Instituts für Musikermedizin, der selbst Stimmarzt und ausgebildeter Opernsänger ist, hat hier in den letzten Jahren mit Hilfe modernster Technik Abhilfe geschaffen und Methoden entwickelt, mit denen die Mechanismen der Stimmproduktion sichtbar gemacht werden können. Im Vortrag wird in allgemeinverständlicher Form die Funktionsweise der Stimme anhand zahlreicher Filme und Tonbeispiele unterhaltsam erklärt.

Referent: Prof. Dr. Bernhard Richter, »Musikermediziner« und Stimmexperte, Universitätsklinikum Freiburg.

 

»In ihrer Nöthen Wildnis, sie schufen sich ein Bildnis«
Wagner und die Malerei – Begegnungen

Die Verbindung Richard Wagners mit der Malerei mag nicht unbedingt als offensichtlich erscheinen. Aber es gilt zu bedenken: Die Kunst- und Kulturgeschichte ist vor allem im 19. Jahrhundert gattungsübergreifend hochgradig vernetzt; und dabei ist ein Aspekt vielleicht der wesentlichste: Musik- und Kunstwerke erlauben eine Kontextualisierung, die ein – vielleicht minderbedeutendes – Kunstwerk in Zusammenhänge bringt, die es ideengeschichtlich aufwerten. Das Bild wird bedeutend, weil es in Verbindung mit Bedeutendem gebracht wird; bei den Wagner-Freunden heißt es dann: Werke, »auf denen die Augen des Meisters geruht« … Richard Wagner ist in Künstlerkreisen aufgewachsen und damit früh in Berührung mit bildenden Künstlern gekommen, und zwar zunächst ganz unmittelbar. Diese Begegnungen, aus denen später Freundschaften entstanden und sich professionelle Zusammenarbeit ergab, hatten entscheidenden Einfluss auf die Visualisierung und damit die Genese von Wagners Idee seines »Kunstwerks der Zukunfts«.

Referent: Dr. Markus Kiesel, Musikwissenschaftler, Kulturmanager und Wagner-Experte, Bonn, Heidelberg

 

Ludwig Suthaus – mehr als nur Furtwänglers Tristan?

Der deutsche Heldentenor Ludwig Suthaus (1906–1971) ist nur noch ganz wenigen Opernkennern im Bewusstsein, obwohl er mit der legendären und Maßstäbe setzenden Einspielung von »Tristan und Isolde« aus dem Jahre 1952 unter Wilhelm Furtwängler an einem Meilenstein der Schallplattengeschichte mitgewirkt hat. Für Stimmkenner ist ihm mit der Verkörperung des Tristan in dieser Aufnahme die wohl intensivste Darstellung der Rolle überhaupt gelungen. Furtwängler hielt ihn für den feinsten Sänger und Darsteller von Wagners singulärer Tenorpartie. Eine derartige Atem- und Legatotechnik in Verbindung mit dem schimmernden Erz der dunkel timbrierten Stimme sucht man seither vergebens. Umso bedauerlicher ist es, dass Suthaus nicht öfter für Studioaufnahmen herangezogen wurde und auch von Neubayreuth fast gänzlich vernachlässigt wurde, wo man »schlankeren« Stimmen den Vorzug gab. Zum Glück existieren heute genügend Tondokumente auch jenseits des Wagnerfaches, in denen Ludwig Suthaus die ganze Bandbreite seines Könnens zeigen kann. Anhand von Tonbeispielen soll der Versuch unternommen werden, eine Antwort auf die im Titel gestellte Frage zu geben.

Referent: Dr. Dr. Wolfgang Schug M. A., Vorsitzender Richard-Wagner-Verband Saarland, Saarbrücken.

 


Staatstheater, Mittelfoyer

Termine

Besetzung

Referenten:

Prof. Dr. Bernhard Richter, »Musikermediziner« und Stimmexperte, Universitätsklinikum Freiburg.

Dr. Markus Kiesel, Musikwissenschaftler, Kulturmanager und Wagner-Experte, Bonn, Heidelberg.

Dr. Dr. Wolfgang Schug M. A., Vorsitzender Richard-Wagner-Verband Saarland, Saarbrücken.