Kohlhaas – Ein Mann für jede Krise

Eine wahre Satire von Marcel Luxinger nach der Novelle von Heinrich von Kleist

Presse-Stimmen


»Was „Kohlhaas – Ein Mann für jede Krise“ aber treffsicher entfesselt, ist der Strudel der Selbstüberschätzung, in den seine Hauptfigur gerät und in dem er Opfer von weitsichtigen Manipulatoren wird, die lieber andere Kopf und Kragen riskieren lassen. Großen Anteil daran trägt Gröver, der den Kohlhaas souverän und bühnenpräsent gibt. (...) Ein Fest für die Augen sind die wunderschönen und durchdachten Bühnenbilder und Kostüme von Mareile Krettek.«
Sophia Schülke, Saarbrücker Zeitung

»Regisseurin Bettina Bruinier hat mit dem Stück eine bitterböse Satire auf die Bühne gebracht, wo man viel lachen kann und trotzdem nachdenklich wird.«
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Karsten Neuschwender, SR (aktueller bericht)

»Glaubhaft bis zum Schluss entwickelt Fabian Gröver diesen Kohlhaas: Ein Mann, der erst geschmeichelt und zunehmend besoffen vom Erfolg ist, zu dem Frauen ihm verhelfen. Instinktsicher entwickelt er sich zum volksnahen Redner, zur geschmeidigen Rampensau, die jede Botschaft verkaufen kann. Ein PR-Profi, der an mediengeschulte Politiker erinnert. Mit leichter Hand und griffigen Pointen spannt Autor Marcel Luxinger assoziativ den Bogen vom 16. ins 21. Jahrhundert.«
Reingart Sauppe, nachtkritik

Ihre Sicherheit und Gesundheit liegen uns am Herzen. Für den Besuch unserer Spielstätten und der Vorverkaufskasse gelten daher die allgemein bekannten Hygieneregeln:

  • Abstand (1,50 m)
  • Nies- und Hustenetikette (in die Armbeuge)
  • Handhygiene (Desinfektionsspender vorhanden)
  • NEU: Gemäß der aktuellen Infektionsschutzverordnung des Regionalverbands Saarbrücken muss der Mund-Nasen-Schutz derzeit auch während der Vorstellung getragen werden.

Einlass in alle Spielstätten und Zuschauersäle 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn; kein Nacheinlass nach Beginn der Aufführung.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Kohlhaas – Ein Mann für jede Krise

Eine wahre Satire von Marcel Luxinger nach der Novelle von Heinrich von Kleist

KOHLHAASEREI
Die Folgen der Selbstüberschätzung

 

Der 1. Oktober 1532 ist ein wichtiges Datum für unsere Rechtsgeschichte. An jenem Samstag machte sich der Pferdehändler Hans Kohlhase von Cölln an der Spree auf gen Leipzig, wo er auf der Messe einige seiner Tiere verkaufen wollte. Bei einem Zwischenstopp ließ ihm ein Provinzfürst zwei seiner Pferde abnehmen. Begründung: Kohlhase habe sie gestohlen. Der Pferdehändler versuchte daraufhin vergeblich, seinen Besitz mit juristischen Mitteln wiederzuerlangen. Vergeblich. Seinen Ausweg suchte er dann in der Selbstjustiz. Er brannte Häuser des selbstgerechten Adeligen nieder und landete dafür auf dem Schafott.

Mit Heinrich von Kleists Novelle aus dem Jahr 1808 hielt eine bestimmte Rächerfigur Einzug in die Literatur. Wir kennen sie heute nur zu gut aus dem Hollywood-Genre. Auch hier sind es rechtschaffende »kleine Leute«, die sich von Staat und Justiz im Stich gelassen fühlen. Sie rüsten auf und ziehen in den Krieg gegen arrogante Eliten oder Gangster-Kartelle, die mit der öffentlichen Verwaltung kungeln. Aber so sehr wir mitfühlen können, gruselt es uns auch vor dem Terror der Selbstjustiz. Wann nämlich sollte sich das »gesunde Volksempfinden« gegen »die da oben« wenden? Und wann ist das Rechtssystem die letzte Bastion eines aufgeklärten Miteinanders? Ist bei Kohlhase gar die magische Wirkung des Dunning-Kruger-Effekts zu beobachten, wonach jemand, der die eigenen Fähigkeiten über- und die der anderen unterschätzt, sehr viel sorgloser große Risiken eingehen kann?

Wie aktuell der Stoff ist, zeigt unser Verfassungsgerichtspräsident Prof. Andreas Voßkuhle. Einer seiner Lieblingsbegriffe lautet »Kohlhaaserei« – und damit rügt er Wutbürger wie politische Populisten. Der 1. Oktober 1532 ist noch immer ein wichtiges Datum.

 

 


Alte Feuerwache
Dauer: 120 Min , Einführung 30 Min vor Beginn

Termine

Weitere Termine folgen.

Besetzung


Inszenierung
Bühnenbild und Kostüme
Dramaturgie

Hans Kohlhase
Mechtild / Almuth Fugger
Lisbeth
Christina von Reul
Antonia von Tronka
Ottilie Fugger