Nora_Spielen!

Schauspiel von Henrik Ibsen
Aus dem Norwegischen übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel

Presse-Stimmen


«Schirin Khodadadians Inszenierung setzt ganz auf die Strahlkraft Christiane Motters in einer ihrer besten Rollen am Staatstheater.»

OPUS Kulturmagazin, 21. September 2020, Burkhard Jellonnek

«Das Saarländische Staatstheater startet mit einer starken „Nora Spielen!“ in der Alten Feuerwache in seine neue Saison.»

Saarbrücker Zeitung, 7. September 2020, Cathrin Elss-Seringhaus

»Die Nora in der Inszenierung von Regisseurin Schirin Khodadadian ist nun aber eine ganz moderne, selbstbewusste Frau, durchaus nicht nur Opfer. Sie ist sogar regelrecht durchtrieben, spielt auch mit den anderen ihr Spiel (…) Eine kluge Inszenierung!«

 

SR2 Kulturradio; Jochen Erdmenger

Nora_Spielen!

Schauspiel von Henrik Ibsen
Aus dem Norwegischen übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel

Henrik Ibsens »Nora« gilt als die Emanzipationsgeschichte des 19. Jahrhunderts und mit »Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte« verlängerte Elfriede Jelinek das Sujet ins 20. Jahrhundert. Doch was erzählt uns heute die Geschichte einer Frau, die scheinbar so lange und glücklich in ihrer Scheinwelt lebte? Denn in Ibsens Schauspiel scheinen mit dem Aufstieg zum Bankdirektor die Geldsorgen für Advokat Helmer und seine Frau Nora der Vergangenheit anzugehören. Freudig schaut man in die Zukunft und auf ein unbeschwertes Leben mit drei Kindern in einer luxuriösen Wohnung. Weihnachten wird da nicht nur ein Fest der Liebe, sondern vor allem ein Fest des Konsums. Da kommt der Besuch einer Jugendfreundin gerade recht. In ihr findet man eine neue Mitspielerin und dankbares Publikum. Stolz erzählt man von all den Heldentaten, die man geleistet hat und wie großartig so ein Familienleben im trauten Heim doch ist. Alles muss glänzen, und der absolute Glanzpunkt in all dem schönen Schein, auch auf dem anstehenden Kostümball, ist Nora. Neidische Nachbarn, Konkurrenten und Störenfriede sind da unerwünscht. Der Status Quo muss mit aller Macht verteidigt werden. Doch was ist der Preis für dieses Spiel um ein ach so glückliches und sorgenfreies Leben? Gibt es ein Entkommen aus der Verabredung des schönen Scheins?

Für die Regisseurin Schirin Khodadadian ist heute das »Problem der Frau, das Problem der Gesellschaft« – eine Gesellschaft, in der »Aufrichtigkeit keine Kategorie mehr ist« und in einer Welt, in der es scheinbar nicht mehr darum geht, dass »Wahrheit ans Licht kommt«, sondern immer wieder darum, das »Spiel weiter zu spielen«. So gelesen ist Henrik Ibsens »Nora« nicht nur die Geschichte einer weiblichen Emanzipation, sondern auch ein meisterhaftes Spiel mit den fragwürdigen Idealen und Konventionen einer Gesellschaft, die von Macht, Geld und Konsum bestimmt wird. Um den Neustart nach dem Lockdown sowie die Frage nach Sinn und Bedeutung von Theater und Spiel zu markieren, änderten wir den Titel von »Nora oder Ein Puppenheim« in »Nora_Spielen!«

 

 

Wiederaufnahme

23.09.2021, 19:30

Alte Feuerwache
Dauer: 90 Min

Termine

Besetzung


Bühnenbild und Kostüme
Dramaturgie

Advokat Helmer
Doktor Rank
Frau Linde
Rechtsanwalt Krogstad
Anne-Marie, Kindermädchen