Composer in Focus
Éric Tanguy
Éric Tanguy ist französischer Komponist von weltweitem Renommée. Längst gehören seine Kompositionen dem Repertoire vieler bedeutender Dirigent*innen, Solist*innen und Orchester rund um den Globus an. In dieser Spielzeit ist er Composer in Focus beim Saarländischen Staatsorchester und stellt uns Höhepunkte seiner bisherigen Karriere vor.
Herr Tanguy, Ihre Werke tragen oft lyrisch anmutende Titel. Was inspiriert Sie in Ihrem Schaffensprozess?
Wenn ich komponiere, bin ich stets auf der Suche nach einer gewissen Klangpoesie. Die Inspiration, die ich aus dem alltäglichen Leben mit meiner Familie schöpfe, aus dem Umgang mit meinen Freunden, aus dem, was ich lese, aus Museumsbesuchen oder Künstlerateliers, Reisen und meinen Fragen nach existenziellen Themen, bildet das Herzstück meines Kompositionsprozesses. Sie speist sich aus Emotionen, einfachen Ideen genauso wie komplexen, die sich in artikulierte Laute übertragen. Die Arbeit ist stets das Ergebnis des Wunsches danach, Gefühlswelt und Überlegung miteinander in Einklang zu bringen.
Große Künstler*innen besorgen die Uraufführungen Ihrer Werke. Welche Begegnungen haben Sie im Laufe Ihrer Karriere besonders geprägt?
Es gibt für mich mehrere Arten von prägenden Begegnungen:
> Jene mit Künstler*innen, die meine Musik auf wundervolle Weise darbieten. Ganz klar bleibt die Arbeit mit dem legendären Mstislav Rostropovitch, der mein Konzert für Violoncello Nr. 2 in Auftrag gab, für immer in meinem Herzen.
> Jene mit Komponistinnen und Komponisten, die ich bewundere. Zunächst meine Lehrer*innen Horatiu Radulescu, Ivo Malec, Gérard Grisey (alle drei bereits von uns gegangen) und Betsy Jolas (welche dieses Jahr ihren hundertsten Geburtstag feiert). Meine engen Freunde: Kaija Saariaho (die vor drei Jahren tragischerweise von uns schied), Pascal Dusapin, Julian Anderson, etc...
> Zuletzt, ebenso wichtig, mit musikalischen Institutionen, Orchestern oder Festivals, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben und die Komponistinnen und Komponisten erlauben, gehört zu werden. Ich glaube fest an die Kraft der Kunst als Mittel für den Weltfrieden!
Und worauf freuen Sie sich ganz besonders als Composer in Focus hier im Saarland?
Der Gedanke daran, diese musikalische Reise 2026/27 mit Ihrem fantastischen Orchester und seinem gesamten Team zu machen, erfreut mich im höchstem Maße, denn dies bietet mir die einzigartige Gelegenheit, über mehrere Monate mit den Musiker*innen zusammenzuarbeiten und, mittels Aufführung sechs meiner Werke, den Klang meiner Musik mit ihrer ästhetischen Besonderheit gemeinsam zu „modellieren“! Ich freue mich sehr über diese künstlerische und menschliche Perspektive und ebenso auf einen regen Austausch mit dem Publikum. Außerdem werde ich meine Aufenthalte selbstverständlich nutzen, um das Saarland noch ausgiebiger zu erkunden!
Éric Tanguy in der Spielzeit 2026 | 2027
2. Sinfoniekonzert
Sonntag, 18. Oktober 2026, 11:00 Uhr und Montag, 19. Oktober 2026, 19:30 Uhr, Congresshalle
2. Kirchenkonzert
Reigen der Vergänglichkeit Sonntag, 13. Dezember 2026, 18:00 Uhr , Stiftskirche St. Arnual
5. Sinfoniekonzert
Sonntag, 17. Januar 2027, 11:00 Uhr und Montag, 18. Januar 2027, 19:30 Uhr, Congresshalle
6. Sinfoniekonzert
Sonntag, 14. März 2027, 11:00 Uhr und Montag, 15. März 2027, 19:30 Uhr, Congresshalle
7. Sinfoniekonzert
Sonntag, 16. Mai 2027, 11:00 Uhr und Montag, 17. Mai 2027, 19:30 Uhr, Congresshalle

