Seliges Verliebtsein: Schumanns »Dichterliebe« neu entdecken

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Komponist Christian Jost, »Artist in Focus« des Saarländischen Staatsorchesters, dirigiert 2. Inspirationskonzert | Sonntag, 16. Februar 2020, 18 Uhr, Alte Feuerwache

Im 3. Sinfoniekonzert folgte er als Gast im Konzertpublikum gespannt der Europäischen Erstaufführung seines Werkes »The Woman in the Gardens of Suzhou«: Der in Trier geborene Komponist und Dirigent Christian Jost, diesjähriger »Artist in Focus« des Saarländischen Staatsorchesters. Nun ist er erneut zu Gast in der saarländischen Landeshauptstadt – und tauscht für seinen zweiten Besuch den Platz im Zuschauerraum mit dem Platz am Dirigentenpult:
Im 2. Inspirationskonzert am kommenden Sonntag, 16. Februar 2020, 18 Uhr in der Alten Feuerwache dirigiert Jost persönlich seinen »Lover – Sky Song« sowie seine Neuinterpretation von Schumanns »Dichterliebe«. Als Gesangssolistin ist die südkoreanische Sopranistin Sumi Hwang zu erleben, den Orchesterpart interpretieren die Musikerinnen und Musiker des Saarländischen Staatsorchesters.

In »Lover – Sky Song« fokussiert Jost die kleinste menschliche Gemeinschaft, ein Liebespaar, und orchestriert den ewigen Treue-Schwur des Paares. Hauptimpuls und Inspirationsquelle für seine Komposition ist die ungewöhnliche Kombination von Schlagzeug, Klavier und E-Bass mit einem Streichorchester.

In der Neukomposition von Schumanns Liederzyklus »Dichterliebe« denkt Jost mit seinen ungewöhnlichen Klangfarbenmischungen Schumann weiter und zaubert Klänge, die sowohl die Seligkeit des Verliebtseins als auch den tiefen Schmerz des Verlusts heraufbeschwören. »Ist bei Schumann jedes Lied für sich abgeschlossen, erscheinen die 16 Lieder des Zyklus in meinem Werk wie Inseln, die organisch in eine groß neuangelegte Komposition eingewebt sind«, so Jost. »Grundlage meiner Komposition sind Schumanns Harmonien und Melodien, welche die Keimzellen meines Klangstroms bilden. Die Liedtexte Heines bleiben komplett erhalten, wie auch die Gesangslinien Schumanns, obgleich Textstellen wiederholt werden, bzw. neue Schwerpunkte erhalten. Dabei bleibt alles im Fluss, einem klanglichen Strom des Unbewussten. Begleitet von assoziativen Visualisierungen erzählt mein Werk keine chronologische Geschichte, sondern öffnet überraschend einzelne Fenster in die menschliche Seele.«