
Sich wehren!
Eine Kooperation mit dem Käte Hamburger Kolleg CURE, mitveranstaltet von der Stiftung Demokratie Saarland, Synagogengemeinde Saar, Heinrich Böll Stiftung Saar, Institut für Romanistik der UdS.
Gespräch: Albrecht Buschmann (Herausgeber), Stefanie Gerhold (Übersetzerin), Ulf Schmidt (Chefdramaturg Saarländische Staatstheater)
Es liest: Martina Struppek
Wien 1938, nach dem „Anschluss“ Österreichs. Die Jüdin Emma lebt nach der Enteignung ihrer Wohnung nur noch geduldet in der Dachkammer ihres Hauses und schlägt sich als Putzfrau eines Theaters durch. Als Zeitzeugin wider Willen beobachtet sie die Verrohung, zu der ehemals freundliche Nachbarn und Mitmenschen plötzlich fähig sind. Und allmählich verwandelt sich die Trauer um ihren in Dachau ermordeten Mann Arnolf und den ungeklärten Tod ihres in Spanien umgekommenen Sohnes Samuel in kalte Wut, mit der sie, zuvor völlig unpolitisch, nun widerstehen will.
Max Aub – Sohn deutsch-französischer Eltern, in Paris geborener, in Spanien aufgewachsener jüdischer Schriftsteller und Dramatiker, schrieb diesen Monolog 1939 auf der Flucht in Paris auf Spanisch und rettete ihn durch Kriegs- und Lagerjahre ins mexikanische Exil. Der zugleich berührende und hellsichtig vorausschauende Texte schildert, wie rasch durch Hass und andauernde Hetze würdiges Leben unmöglich wird.
