
Mädchenschrift
Sie ist verspielt, klar. Schnörkelig, klar. Kringeliger I-Punkt vielleicht, auf alle Fälle sauber und ordentlich. Und: Sie wird von Mädchen so erwartet. Schönes Äußeres ist wichtiger als interessanter Inhalt. In dem gleichnamigen Stück geht es ebenfalls erstmal um das Äußere – darum, dass Mädchen mit den körperlichen Veränderungen, die in der Pubertät passieren, zu kämpfen haben. Weil: Plötzlich sind da diese Blicke. Eben noch ein Kind, das auf dem Schulhof mit Freundinnen spielt, dann dieser neue Körper, der nicht mehr dazu passt, wie das Kind sich fühlt.
Zart und intim erzählt Dündar von den Blicken, die zur Last, zur Be-Lastung werden. So geht es dann doch um den Inhalt, um das, was mit weiblich gelesenen Personen passiert. Das Alter wird zweitrangig, die alte Geschichte der weiblichen Sozialisation im Heute ist intergenerationell. Mädchenschrift ist Beschreibung, (Selbst-)Erforschung und Manifest zugleich, das Aufbegehren einer jungen Frau gegen die Zuschreibungen und Zumutungen, die Bewertungen und Belästigungen, die sie kleinhalten und ihr die Luft abschnüren.
Im partizipativen Projekt von Nike-Marie Steinbach erzählen fünf Frauen vom Frau-Werden und Frau-Sein in unserer heutigen Welt. Mal lustvoll und wütend, mal zerbrechlich und kämpfend, immer kraftvoll und durchaus auch humorvoll erheben sie ihre Stimme: “Schaut mich an.”
Der Abend heißt FLINTA*-Menschen explizit willkommen.
BLOG-Beiträge
„Für mich sind die partizipativen Künste eine eigene Kunstform“
Regisseurin Nike-Marie Steinbach über ihre Inszenierung von „Mädchenschrift“
Die Meernixe
Märchen von Hans Christian Andersen
Das Ensemble stellt sich vor
Lebensperspektiven auf und hinter der Bühne
Glossar
Einige Definitionen
Hinweis: Die Inszenierung thematisiert sexualisierte Gewalt.
*Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen
Inszenierung
Bühne + Kostüme
Ton
Licht
Dramaturgie
Assistenz und Inspizienz
Mit dem Bürger*innen-Ensemble:
Viktoria Herz
Verena Becker
Farida Boukari
Anna Feldt
Martina Sonnenrein
Mara Schittek
“Das zurecht preisgekrönte Stück Mädchenschrift ist eine laute und starke Klage an eine Gesellschaft, die einen klaren Umgang mit Missbrauch und Übergriffen noch immer nicht gelernt hat.” Mehr lesen …
saartext, 26. Januar 2026
“Den Laiendarstellerinnen allerdings vor allem möchte man am Ende zurufen: „Richtig gut gemacht!“. Auf Wibbekes Spielplatz, dessen Bedeutung als Lebensbegleiter hier entgegen der Ankündigung nicht so ganz anschaulich wird, meistern sie eine abwechslungsreiche Bewegungschoreografie, die es in sich hat, und verleihen in der einstündigen Aufführung dem Text zusammen und einzeln einen geradezu individuellen, persönlichen Ausdruck. Echte Powerfrauen!”
Saarbrücker Zeitung, 26. Januar 2026









