
Schuld und Schein
„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“ soll Henry Ford vor 100 Jahren gesagt haben. Die Revolution blieb bisher aus. Dafür hat sich das Geldsystem selbst seit damals revolutionär verändert. Was vor hunderten von Jahren damit begann, dass Menschen Goldstücke durch Schuldscheine ersetzen, entwickelte sich zu einem geradezu irrsinnigen Sytem der grenzenlosen digitalen Geldvermehrung.
Heute entsteht neues Geld immer dann, wenn ein Kredit aufgenommen wird. Und dieses Geld löst sich in Luft auf, wenn der Kredit zurückgezahlt wird. Kredit zurückgezahlt – Geld vernichtet. Das klingt irre? Ist aber so. Sagt die Deutsche Bundesbank. Die Frage ist: Wer darf Geld schaffen ? Wofür sollte Geld geschaffen werden? Und nicht ganz unwichtig: Warum kommt bei Ihnen von diesen galaktischen Geldmengen so wenig an? Schuld und Schein beruht auf volkswirtschaftlichen Recherchen und bleibt haarscharf an der Wirklichkeit, die so absurd ist, dass Sie aus dem Lachen nicht mehr herauskommen. In der ursprünglichen Fassung lief Schuld und Schein in München 10 Jahre lang vor begeistertem Publikum. Im Saarländischen Staatstheater ist eine aktualisierte Fassung zu sehen.
Regie bei Schuld und Schein führt erstmals unser Ensemble-Mitglied Raimund Widra, der für diese Produktion auch eigene Texte beisteuert, die auf Wilhelm Hauffs Märchen Das Kalte Herz basieren. Ist es Zeit für Henry Fords Revolution? Entscheiden Sie selbst.
