Lara Scherpinski
Lara Scherpinski ist Theater- und Filmemacherin und 1990 in Schönebeck/Elbe geboren. Sie studierte von 2013- 2020 Bühnen- und Kostümbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und Bühnengestaltung an der Akademie für Bildende Kunst in Wien. 2020-2022 war sie Meisterschülerin bei Prof. Barbara Ehnes an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Lara Scherpinski arbeitet als Kostüm- und Bühnenbildnerin, Autorin und Regisseurin an Theater- und Filmproduktionen mit. Seit 2014 arbeitet sie regelmäßig mit der Regisseurin Annika Schäfer zusammen mit der sie 2017 das Theatermacherinnenkollektiv schaefer||scherpinski gründet.
Ein zentrales Thema, das ihre Arbeit als Regisseurin, Kostümbildnerin und Autorin verbindet, ist das Erinnern. Ausgangspunkte sind Biografien, historische Ereignisse und der menschliche Körper als Archiv von Prägungen und Erfahrungen. Im Mittelpunkt steht der persönliche wie auch der politische Umgang mit der Ambivalenz von Erinnern und Vergessen in Deutschland. Aus dieser Auseinandersetzung entwickelt sie Konzepte, die das Private mit dem Gesellschaftlichen verweben und neue Formen des Erzählens ermöglichen.
Als Kostümbildnerin versteht sie Kleidung als Widerstand, Stütze und zweite Haut, die Spuren von Biografie, Geschichte und sozialem Umfeld trägt. Kostüme sind für sie weniger dekoratives Element als vielmehr visuelles Gedächtnis und Erzählfläche, die Vergangenheit und Gegenwart der Figuren verbindet. Ein Strickkleid mit weiten Maschen kann an ein Kettenhemd erinnern, unter dem die verletzliche Haut sichtbar wird – oder an die Spitze eines vererbten Kleidungsstücks, das eine Figur geprägt hat.
Ihre Theaterproduktionen entstehen nachhaltig: Sie verwendet ausschließlich Textilien und Restmaterialien aus den Fundusbeständen der jeweiligen Häuser und passt ihre Entwürfe an das vorhandene Material an. Dadurch stellt sie ihr künstlerisches Ego hinter das Werk und collagiert neu – jede Produktion erhält so ihre eigene, unverwechselbare Form.
Auf internationalen Festivals wie der Berlinale, des Camerimage, auf den Internationalen Hofer Filmtagen oder dem International Film Festival Rotterdam erhielt sie für ihre Arbeit viel Aufmerksamkeit. Für den Langfilm BRUT erhielt Lara Scherpinski bei den 51. Internationalen Hofer Filmtagen 2017 den Bild-Kunst Förderpreis für das beste Kostümbild. Der Kurzfilm Die Heimkehr der Spargelstecher gewann 2023 den Publikumspreis «Experimental» beim 20. Kurzsuechtig mitteldeutsches Kurzfilmfestival.
Sie erhielt mehrere Stipendien, unter anderem war sie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Akademie Musiktheater heute, Recherche Stipendium Fonds Darstellende Künste, Aufenthaltsstipendien für das mare-Künstlerhaus der Roger Willemsen Stiftung und der Kunststift
